Kunst & Kultur
Entdecken Sie Shikokus kulturelles Erbe: Von traditionellen Künsten bis hin zu regionalem Kunsthandwerk und Küche
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- 25. Januar 2024
Als kürzlicher Umsiedler nach Shikoku, habe ich eine Welt von kulturellen Schätzen und versteckten Wundern entdeckt, die auf Japans kleinster Hauptinsel warten. Vom traditionellen Puppentheater und Indigo-Färben in der Präfektur Tokushima bis hin zu Kagawas Bonsai-Vermächtnis und Ehimes seltsam gefertigten Teehäusern, hier sind einige Möglichkeiten, die reiche Vielfalt der kulturellen Traditionen von Shikoku bei Ihrem nächsten Besuch in Japan zu erleben.
Sehen Sie das traditionelle japanische Puppentheater im Tokushima Prefectural Awa Jurobe Yashiki
Lassen Sie uns unsere kulturelle Reise in der östlichsten Präfektur Shikokus beginnen und eine Vorstellung von Tokushimas berühmtem Holzpuppentheater besuchen.
Sie können dieses national bedeutende immaterielle Volkskulturgut im Tokushima Prefectural Awa Jurobe Yashiki sehen, wo traditionelle Puppenshows das ganze Jahr über aufgeführt werden (Die Aufführungszeiten im Januar und Februar unterscheiden sich vom Rest des Jahres, schauen Sie daher bitte im Voraus auf den Spielplan der offiziellen Webseite).
Während die traditionelle Form des japanischen Puppentheaters, bekannt als Bunraku, aus dem Osaka des frühen 17. Jahrhunderts stammt, nutzt das Awa Ningyo Joruri Tokushima Puppentheater größere Puppen als es sein Pendant in Osaka tut, welche anfänglich für Freilufttheater designt wurden, bei denen das Puppentheater Göttern gewidmet war.
Jede Puppe benötigt drei Puppenspieler, um die Gesichtsausdrücke, Handbewegungen und andere komplexe Mechanismen zu steuern, welche die Puppe zum Leben erwecken.
Ich war mir nicht sicher, wie die Puppenspieler, die ganz in Schwarz gekleidet waren, es vermeiden konnten, nicht von der Aufführung abzulenken. Aber wie nicht anders zu erwarten war, schienen die Puppenspieler im Hintergrund zu verschwinden, als sich die gekonnt animierten Marionetten zu bewegen begannen. Ich wurde sofort in die Geschichten hineingezogen, die von diesen Miniaturschauspielern aus Holz erzählt wurden, als sie Freude oder Momente der Trauer mit zitternden Schultern zum Ausdruck brachten, und sogar Augenblicke der Angst, als sie ihre Hände ausstreckten.
Keisei Awa no Naruto ist eines der beliebtesten Stücke, die im Theater aufgeführt werden. Die Geschichte wird von Tayu erzählt: Ein Mädchen auf einer Pilgerreise besucht das Haus in Osaka, in dem Jurobe und Oyumi auf der Suche nach dem gestohlenen Schwert ihres Meisters leben. Während sich die Handlung entfaltet, erkennt Oyumi, dass das Mädchen eigentlich die Tochter ist, die sie in Tokushima zurückgelassen hat. Aber sie schließen sich der Bande der Diebe an und werden von Beamten gejagt. Also beschließt sie, Otsuru zu sagen, dass sie nach Hause zurückkehren soll, ohne ihre Beziehung zu enthüllen.
Das bloße Beobachten der Gesten reichte aus, um die berührende Geschichte von Tayu zu verstehen, die darum kämpfte, sich selbst davon abzuhalten, ihrer lange verlorenen Tochter ihre Identität zu erklären. Falls Sie die Geschichte jedoch genauer verfolgen möchten, werden japanische und englische Untertitel auf einem Monitor über der Bühne angezeigt.
Nutzen Sie die Möglichkeit und bleiben Sie nach der Aufführung noch ein Weilchen, um ein Foto mit den Puppen und den Puppenspielern machen. Das Foto von mir, wie ich mit den Puppen sitze, ist ein wertvolles Andenken an meine besondere Erfahrung hier.
Um ein noch besseres Verständnis von Tokushimas Puppenkultur zu vermitteln, umfasst der Ausstellungsraum verschiedene Artefakte und Schaufenster, die den komplizierten Prozess demonstrieren, wie zermahlene Muscheln auf das Gesicht jeder Puppe aufgetragen werden, um ihr einen einzigartigen Glanz zu verleihen.
Besonders fasziniert war ich von den Puppen mit Vorrichtungen in den Gesichtern. Mit einem einfachen Fingerzug verwandelte sich das menschenähnliche Gesicht dieser Puppe in einen schrecklichen Dämon. Ich wage zu behaupten, dass es erschreckend cool aussah!
Erleben Sie Tokushimas 400 Jahre alte Tanztradition im Awa Odori Kaikan
Seit über vier Jahrhunderten ist das Awa-Odori-Tanzfestival eine lebendige kulturelle Tradition in Tokushima, die jährlich vom 12. bis 15. August stattfindet. Eine Theorie ist, dass dieser Tanz als Aufführung von Bauern und Landarbeitern begann und sich dank der Unterstützung von Tokushimas wohlhabender Indigo-Industrie während der Edo-Zeit zu einem der größten Tanzfestivals Japans entwickelte.
Wenn das Timing für Sie nicht günstig ist, dieses Festival persönlich zu besuchen, finden im Awa Odori Kaikan den ganzen Tag über regelmäßige Awa Odori-Tänze statt, die Besuchern sogar die Möglichkeit bieten, an einer Live-Performance mit professionellen Tänzern teilzunehmen.
Die Aufführung demonstriert Live-Musik, welche die Awa Odori-Tanzstile für Männer und Frauen begleitet. Während das jährliche Festival Hunderte von Awa Odori-Tanzgruppen, auch bekannt als Ren, anzieht, besitzt das Awa Odori Kaikan eine eigene engagierte Ren-Gruppe, die viermal täglich in der Aufführungshalle auftritt. Darüber hinaus besucht eine Ren-Gruppe von außerhalb das Awa Odori Kaikan am Abend, so dass Sie eine der auftretenden Festivalgruppen in Aktion sehen können.
Ganz nach dem Sprichwort von Awa Odori: "Wenn Narren tanzen und Narren zuschauen, könnte man genauso gut tanzen". Es sollte also keine Überraschung für Sie sein, wenn Sie während einer der Aufführungen zum Tanzen aufgefordert werden.
Lassen Sie mich Ihnen jede Angst vor Lampenfieber nehmen: Die Tänzer werden Ihnen nicht nur die Grundlagen des Awa Odori-Tanzes beibringen, sie sind auch sehr nachsichtig gegenüber allen unerfahrenen Tänzern. Vertrauen Sie mir, als jemand mit wenig bis gar keinem Rhythmus, der diesen Zwei-Beat-Tanz versucht hat. Selbst ich fühlte mich nicht in Verlegenheit gebracht. Verpassen Sie nicht Ihre Chance, Tokushimas jahrhundertealte kulturelle Darbiertung aus erster Hand zu erleben!
Die Ausstellungshalle des Awa Odori Kaikan bietet Ihnen einen detaillierten Einblick in die Geschichte und Kultur des Tanzes sowie die Entwicklung von Awa Odori im Laufe der Jahre.
Besuchen Sie den Souvenirladen in der Lobby und finden Sie in einem Raum die farbenfrohe Sammlung der bekanntesten lokalen Produkte und Künste von Tokushima, darunter Awa-Indigo-Textilien, Awa-Papier, Keramik und sogar Schachteln ihrer berühmten Naruto Kintoki-Süßkartoffel.
Der Besuch des Awa Odori Kaikan ist eine hervorragende Möglichkeit, eines der lebendigsten und aufregendsten Kulturfestivals Japans zu erleben. Egal, ob Sie ein Fan von traditionellem Tanz sind oder einfach nur nach einer lustigen und einzigartigen Aktivität suchen, dieses Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Tauchen Sie ein in das Indigo-Färben im Ai no Yakata
Nachdem wir von dem historischen Einfluss des Indigo-Färbens in Tokushima gehört haben, wäre es eine Schande, wenn wir nicht versuchen würden, unsere eigenen Indigo-Kunstwerke herzustellen.
Tokushima verdankt einen Großteil seines reichen kulturellen und künstlerischen Erbes der hochwertigen Sukumo-Produktion, die während der Edo-Zeit im Unterbecken des Yoshino-Flusses angebaut wurde.
Auf seinem Höhepunkt war Tokushima für fast 90% der japanischen Indigo-Produktion verantwortlich, was tiefgreifende Auswirkungen auf die kulturelle Identität und Geschichte der Region hatte.
Im Ai no Yakata, auch bekannt als Indigo-Färbemuseum, können Sie Ihren eigenen Indigo-Artikel mit traditioneller Indigo-Lösung herstellen, mehr über den Prozess des Indigo-Anbaus und der Indigo-Farbstoffproduktion erfahren und die alte Residenz der Familie Okumura besichtigen, einer angesehenen Indigo-Händlerfamilie während Tokushimas Höhepunkt der Indigo-Ära.
Der Indigo-Färbe-Workshop beginnt mit der Auswahl Ihres Stoffes, zum Beispiel einem Taschentuch oder Tenugui (ein traditionelles japanisches Handtuch aus Baumwolle).
Es gibt verschiedene Möglichkeiten Muster zu erstellen, wie z.B. große kreisförmige Designs. Ich habe mich für die Shibori-Technik entschieden, die die Schnurbatik mit elastischen Bändern beinhaltet.
Drehen Sie den Stoff zunächst gezielt, befestigen Sie ihn an einem dünnen Holzstab und wickeln Sie dann ein Gummiband darum. Als nächstes tauchen Sie den Stoff eine Minute lang in den schäumenden Bottich mit Indigofarbstoff, wobei jedes Eintauchen zu einem tieferen oxidierten Farbton des Indigoblaus führt.
Die Mitarbeiter der Einrichtung werden Ihnen dabei helfen, das gewünschte Muster auf Ihrem Stoff zu erzielen. Manchmal ergeben sich jedoch die besten Ergebnisse aus reinem Zufall. Obwohl ich meinen Stoff sorgfältig mit einem bestimmten Design im Hinterkopf gebunden hatte, führten meine losen elastischen Platzierungen zu einem erstaunlichen Kaleidoskop aus Kometen und Feuerbällen. Es ist ein wirklich einzigartiges Souvenir, das Sie nach Ihrem Besuch mitnehmen können!
Neben diesen praktischen Erfahrungen bietet Ai no Yakata auch eine Sammlung von indigofarbenen Stoffen und Kleidung, die im neu renovierten Museum ausgestellt werden, sowie alte Modelle und Werkzeuge, welche einst zur Kultivierung und Verarbeitung des Sukumo-Indigo verwendet wurden.
Der Shop vor dem Ai no Yakata verkauft zahlreiche indigogefärbte Produkte, zu denen Kleidung, Accessoires und Dekorationsartikel gehören. Aber nichtsdestotrotz, nichts schlägt den sentimentalen Wert eines von Ihren eigenen Händen gefertigten indigogefärbten Souvenirs.
Lernen Sie die feine Kunst der Miniaturbäume im Takamatsu Bonsai no Sato
Von Tokushima aus fahren wir weiter nach Takamatsu in der Präfektur Kagawa. Während Kagawa für sein geröstetes Hähnchen mit Knochen und seine dicken Udon-Nudeln bekannt ist, spielen die weniger bekannten Bonsai-Bäume der Präfektur eine ebenso wichtige Rolle bei der Darstellung der kulturellen Vielfalt von Kagawa.
Dank des gemäßigten Klimas von Takamatsu, der geringen Niederschläge und der das ganze Jahr über konstanten Temperatur, bietet die Region eine ideale Umgebung für den Anbau von Matsu-Kiefern. Zusammen mit seinen innovativen Pfropf- und Schnitttechniken, die aus dem Obstbaumanbau übernommen wurden, hat sich Takamatsu zu Japans führendem Bonsai-Produktionszentrum entwickelt, mit einer Geschichte des Bonsai-Anbaus, die über zwei Jahrhunderte zurückreicht.
Seit seiner Eröffnung im April 2020 hat sich Takamatsu Bonsai no Sato schnell als Anlaufstelle für Bonsai-Liebhaber etabliert. Für neugierige Besucher und erfahrene Enthusiasten gibt es ein kostenloses Bonsai-Besichtigungserlebnis, bei dem sie die Sammlung sorgfältig beschnittener Bonsai-Bäume durchstöbern können.
Von immergrünen Nadelbäumen bis hin zu Bäumen mit saisonalen Blättern und Blüten zeigt die Sammlung, wie viele Baumarten in ihre Miniaturversionen verwandelt werden können: Kuromatsu (Schwarzkiefer), Goyomatsu (Weißkiefer), Akamatsu (Rotkiefer) und sogar Bäume mit hängenden Früchten.
Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, aus dieser großzügigen Auswahl an Bäumen einen Bonsai zum Mitnehmen auszuwählen, angefangen bei erschwinglichen Preisen von etwa 1.000 Yen bis hin zu riesigen Bonsais zum Preis von über 500.000 Yen.
Gelegentliche Veranstaltungen, bei denen Sie an Vorträgen und Workshops (mit Reservierung) zum Bonsai-Anbau teilnehmen können, werden auf der Website angekündigt.
Wenn Ihr Bonsai-Besichtigungserlebnis schließlich Lust auf mehr gemacht hat, finden Sie in einer Broschüre in der Bonsai no Sato-Einrichtung ein Verzeichnis von mehr als 50 Takamatsu-Bonsai-Züchtern, die den Besuchern stolz ihre jahrelange Bonsai-Handwerkskunst zeigen.
Kagawa Lackwaren-Handwerk im Sanuki Lacquer Art Museum
Das Erbe der Lackkunst in Kagawa wird oft übersehen, aber es ist definitiv einen Besuch wert. Das Sanuki Lacquer Art Museum stellt in seinem Café und seinen Galerieräumen einige der besten Lackkünstler Kagawas aus.
Seit einem Jahrzehnt widmet sich dieses Museum der Aufgabe, die Aufmerksamkeit auf Kagawas rückläufige Lackkunst zu richten, indem sie Besucher mit einer wechselnden Ausstellung renommierter lokaler Künstler, die die traditionellen Techniken von Sanuki (der alte Provinzname für Kagawa) anwenden, überraschen.
Obwohl der Galerieraum in der obersten Etage nur von bescheidener Größe ist, bietet er wunderschöne kuratierte Ausstellungen von Sanuki-Lackkunst.
Dieses Mal widmet sich die Ausstellung dem Kanshitsu, einer Trockenlacktechnik, bei der in Lack getränktes Hanfgewebe übereinander gelegt wird und anschließend die Details der Oberfläche mit einer Mischung aus Lack, Sägemehl und Tonsteinpulver geformt werden. Um ein Muster zu erstellen, werden Lackschichten auf eine Basis aufgetragen, Rillen geschnitzt und mit farbigem Lack gefüllt. Der überschüssige Lack wird entfernt, um eine glatte Oberfläche des eingebetteten Musters zu hinterlassen.
Ohne Übertreibung kann ich sagen, dass dies die exquisiteste Kollektion von Lackwaren war, die ich je gesehen habe.
Sie können auch versuchen, in der Werkstatt des Museums Ihr eigenes Meisterwerk aus Lack herzustellen. Mit einer Reservierung können Sie Ihre eigenen Stäbchen und Teller aus echtem Urushi-Lack herstellen, dem Naturharz, das vom Lackbaum gewonnen wird.
Gehen Sie nach der Galerie nach unten ins Café, wo Ihnen Kaffee in einem der Lackgefäße des Museums serviert wird. Da die Geschichte der Lackwaren in der Region relativ kurz ist, hat sich der Museumsbesitzer auf zeitgenössischere Stücke konzentriert, die zur heutigen modernen Ästhetik passen.
Einer der Vorteile der kurzen Geschichte der Lackwaren in Kagawa ist die Freiheit, die sie zum Experimentieren bietet. Kagawa gilt als einer der ersten Orte, der mit der Verwendung von weißem Lack begonnen hat, was es einfacher macht, verschiedene Farben hinzuzufügen, die einer zeitgenössischen Palette entsprechen.
Besuchen Sie die exquisite Villa von Garyu Sanso
Auf der Reise in die westliche Ecke von Shikoku in die Präfektur Ehime treffen wir auf Garyu Sanso, eine exquisit gestaltete Villa, die im frühen 20. Jahrhundert erbaut wurde.
Garyu Sanso (臥龍山荘), was man als "lehnende Drachenbergvilla" übersetzen könnte, ist eine perfekte Verkörperung von Ruhe und Frieden, und wurde direkt über dem Hijikawa-Fluss in der Altstadt von Ozu erbaut. Sein Bauernhaus-ähnliches Aussehen und sein Schilfdach sind irreführend, da dieses architektonische Wunderwerk ein Meisterwerk sowohl seiner Zeit als auch der Gegenwart ist.
Die Villa wurde Ende des 19. Jahrhunderts von einem wohlhabenden Geschäftsmann namens Torajiro Kouchi in Auftrag gegeben, der sein Vermögen in das Gebäude investierte, das als sein Altersheim dienen sollte. Um sicherzustellen, dass seine kulturelle Bedeutung erhalten blieb, dauerte der Bauprozess zehn Jahre und beinhaltete die Zusammenarbeit von erfahrenen Tischlern aus Kyoto und lokalen Handwerkern. Das fesselnde Ergebnis von Garyu Sanso, sowohl einzigartig als auch zeitlos, macht die Schönheit der japanischen Architektur für die Besucher sichtbar.
Ich habe Garyu Sanso vor ein paar Jahren zum ersten Mal besucht und meinen Partner diesmal fast mitgezogen, damit ich die schönen Details selbst zeigen konnte. Ich werde Ihnen nicht zu viel verraten, aber einige meiner Lieblingssachen sind die fledermausförmigen Türgriffe aus Metall, die Steinmauer, die zu einem Bild eines Fischerbootes unter Vollmond geschichtet ist, und die eingravierten Unterschriften, die der Schmied in bestimmten Nägeln hinterlassen hat - nur eine Handvoll Details, die mich immer wieder zu Garyu Sanso zurückbringen werden.
Die Furoan Einsiedelei befindet sich am Ende des Geländes mit Blick auf den Fluss. Diese Einsiedelei wurde so gebaut, dass sie wie ein Schiff aussieht und wird mithilfe der Sutebashira-Technik von einem lebenden Baum getragen. Ihre Struktur umfasst weitere feine Details, so wie die Decke aus einem gewobenen Bambusblatt. In Vollmondnächten reflektiert der Fluss Licht an die Decke und erzeugt einen Welleneffekt auf dem gewobenen Bambus – ein seltener Moment, den ich mindestens einmal in meinem Leben sehen möchte.
Probieren Sie die regionale Spezialität Tai Meshi: Reis und Seebrasse
Am Ende unserer kulturellen Reise dürfen wir es uns nicht entgehen lassen, Ehimes lokale kulinarische Spezialität Tai Meshi zu probieren. Ehime ist der größte Produzent von Seebrasse, oder Tai auf Japanisch, was zur Entwicklung dieses hausgemachten Komfortessens aus gehackter Seebrasse mit Reis geführt hat.
Die Seebrasse nimmt einen besonderen Platz in der japanischen Geschichte ein. Sie ist in Ruinen in ganz Japan zu finden und wird sogar in alten Dokumenten wie dem Kojiki erwähnt, das als das älteste Buch Japans gilt. Heute ist Tai Teil eines köstlichen Festessens, das man mit Familie und Freunden genießt.
Obwohl es je nach Region der Präfektur Ehime Unterschiede im Stil des Tai Meshi gibt, können Sie mehrere der berühmten Seebrassenspezialitäten von Ehime im Akiyoshi Dougo im Dogo Onsen-Viertel in Matsuyama probieren.
Die häufigste Zubereitungsart des Tai Meshi im Matsuyama-Stil wird in einem Steinguttopf über einem offenen Feuer gekocht, so dass Sie den Boden bis zum letzten Körnchen gerösteten Reis abkratzen können. Das etwas schickere Tai Meshi im Uwajima-Stil (südlich von Ehime) wird aus rohem Seebrassen-Sashimi zubereitet, in eine mit einem rohen Ei gemischte Sauce getaucht und mit Seebrassen-Somen-Nudeln in einer speziellen Seebrassenbrühe serviert.
Ich schlage vor, jeden der verschiedenen Stile zum Vergleich auszuprobieren. Für welche Option Sie sich auch entscheiden, nichts wird sich so vollständig anfühlen, als jeden Bissen mit etwas lokalem Sake herunterzuspülen , um Ihr Tai-Meshi-Verkostungserlebnis zu vervollständigen!
Wenn Sie bereit sind, die ausgetretenen Pfade der wichtigsten Touristenattraktionen Japans zu verlassen, können Sie einige wirklich authentische und unberührte kulturelle Erlebnisse auf der Insel Shikoku entdecken. Ganz gleich, ob es darum geht, sich Awa-Odori-Tänzern auf der Bühne anzuschließen oder sich der lokalen Küche von Ehime zu frönen, eine Fülle einzigartiger Erlebnisse erwartet Sie!
Photographs and text by Mika Senda
Mehr Informationen zu der Route aus diesem Artikel finden Sie beim “Plan Your Trip” Abschnitt unserer website.
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Hier befinden sich viele touristische Anziehungspunkte wie die Naruto-Meerenge, wo man einen der größten Wirbelströme der Welt bewundern kann, und das Iya-Tal, das jeden, der diese zauberhafte Naturlandschaft sieht, in seinen Bann zieht. Das traditionelle Awa Odori-Tanzfest, das von 1,3 Millionen Touristen bevölkert wird, ist ein Muss.