Meer & Natur
Nakajima: Nachhaltiger und entspannter Leben – ein erholsamer Tag auf Japans abgelegener Insel
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- ZIELORT
- Ehime
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- LETZTE AKTUALISIERUNG
- 9. Februar 2023
Im Setonaikai-Nationalpark liegt die abgelegene Insel Nakajima. Sie ist mit einer reichhaltigen Natur und mildem Wetter gesegnet, während ihre Berge in den leuchtenden Farben zahlreicher Zitrusfruchtplantagen leuchten. Sie verfügt über die typische Retro-Schönheit kleiner japanischer Inseln, gepaart mit der Bequemlichkeit eines entschleunigten Lebensstils. Nakajima ist nicht nur ein großartiger Sommerurlaubsort mit unberührten Stränden, der zahlreiche Wasseraktivitäten ermöglicht, sondern auch ein landesweit erfolgreiches Modell für die nachhaltige regionale Wiederbelebung. Steigen Sie mit mir in ein Green Slow Mobility-Fahrzeug und erkunden Sie die vielen Reize und umweltfreundlichen Initiativen der Insel!
Der Komfort eines entspannten Lebens inmitten der üppigen Natur von Nakajima
Etwa 10 Kilometer vor der Küste von Matsuyama, der geschäftigen Hauptstadt der Präfektur Ehime, liegt Nakajima. Sie ist eine der größeren Kutsuna-Inseln, die eine Gruppe von 30 Inseln darstellen, von denen neun bewohnt sind. Auf der nur 21,2 km² großen malerischen und ruhigen Insel wimmelt es von Retro-Ambiente und wohltuenden Sehenswürdigkeiten. Als Teil des Setonaikai-Nationalparks bietet Nakajima ein atemberaubendes blaues Meer und ein herrliches Naturpanorama, das zu jeder Jahreszeit für seine Schönheit bekannt ist. Im Sommer ist die Insel besonders beliebt, da sie mit ihren weißen Sandstränden abseits der Touristenströme ideal für Wassersport geeignet ist und Entspannungsmöglichkeiten mit Meeresbrisen und spektakulären Sonnenuntergängen bietet.
Das milde Klima des Seto-Binnenmeeres trägt auch zu einem blühendem Zitrusfruchtanbau und einer florierenden Fischereibranche bei. Eine Spezialität der Region Matsuyama ist die außergewöhnlich frische Meerbrasse, die als „tai meshi“ serviert wird – ein delikates Meerbrassen-Sashimi auf Reis. All diese Sehenswürdigkeiten und Geschmäcker trugen zu der Leichtigkeit bei, mit der ich die Insel erkundete.
Da Nakajima in der Mitte einer Ost-West-Seeroute des Seto-Binnenmeeres liegt, fand hier schon immer ein reger Seeverkehr statt. In der späten Heian-Periode (794–1185) wurde sie zum Stützpunkt der mächtigen Seestreitkräfte des Kutsuna-Clans – der „Kutsuna Suigun“ – die ihren Einfluss auf den westlichen Teil des Seto-Binnenmeeres ausdehnten. Sie beherrschten das Gebiet während der Kamakura-Periode (1185–1333) und der Muromachi-Periode (1336–1573), indem sie die lebenswichtigen Handelsrouten, die den kaiserlichen Hof versorgten, kontrollierten, und jeden auf dieser Route besteuerten. Auch heute noch finden sich in der Umgebung Nakajimas Überreste ihrer Festungen!
In den letzten Jahren litt Nakajima, ähnlich wie viele andere abgelegene Inseln in Japan, unter einem Bevölkerungsrückgang. Innerhalb weniger Jahrzehnte war diese von rund 10.000 Bewohnern auf etwa 2.300 gesunken. Um diese Situation zu verbessern, starteten die lokalen Regierungen eine Reihe verschiedener Initiativen. Eine davon ist der Triathlon Nakajima Tournament – ein landesweit bekannter Wettbewerb, der jährlich im August stattfindet und inzwischen eine Sommertradition der Insel darstellt. Er bietet hitzige Wettkämpfe im Schwimmen, Radfahren und Laufen. Die Veranstaltung, die jedes Jahr zwischen 300 und 400 Teilnehmer und etwa 1.000 Besucher anzieht, ermöglicht den Austausch zwischen Touristen und Einheimischen und verleiht der Insel Lebendigkeit und Vitalität. Gerade jüngeren Besuchern aus urbanen Gebieten wird dadurch der Charme von Nakajima vermittelt.
Regionale Wiederbelebung und Nachhaltigkeit mit den umweltfreundlichen Initiativen von Nakajima
Als Matsuyama in Zusammenhang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) von der japanischen Regierung als „Stadt der Zukunft für die SDGs 2020“ und „Städtisches SDG-Modellprojekt“ ausgewählt wurde, beschloss die Stadt, mit einigen Interessenvertretern im Rahmen des „Smart Island-Modellprojekts“ zusammenzuarbeiten und sowohl dem Bevölkerungsrückgang Nakajimas als auch der Überalterung und Verwundbarkeit in Energiefragen durch die Nutzung erneuerbarer Energien und nachhaltiger Mobilität zu begegnen.
Nakajima begann ihren nachhaltigen Wandel im Jahr 2021 mit der Einführung eines Solarenergiesystems und grüner Fahrzeuge für langsame Mobilität. Die mit Solarenergie aufgeladenen Elektrofahrzeuge können auf öffentlichen Straßen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 20 km/h fahren und bieten Platz für bis zu 4 Personen. Sie sind kompakt, umweltfreundlich und verursachen keine CO2-Emissionen. Darüber hinaus lassen sie sich auf vielfältige Weise nutzen und wirken sich somit positiv auf die Lebensqualität der Insel aus. Die Pflegeheime von Nakajima nutzen die Fahrzeuge für Ausflüge und Abholungen, während die Hoshifuru Terrace – eine der Unterkünfte auf der Insel – sie an Gäste verleiht. Außerdem wurden sie im Rahmen von Bildungsmaßnahmen zur Natur Nakajimas, der globalen Erwärmung, der Ziele für nachhaltige Entwicklung und Smart Island-Initiativen eingesetzt.
Das Solarenergiesystem hat darüber hinaus die Doppelfunktion, das fragile Energieversorgungssystem von Nakajima zu unterstützen. So erhöht es die Menge der lokal erzeugten Energie für den lokalen Verbrauch, erweitert die Speicherkapazität und sichert Energie für eventuelle Stromausfälle und zur Katastrophenvorbeugung. Damit hat sie sich sehr schnell zu einer unschätzbaren Ressource für verbessertes Wohlbefinden auf der Insel entwickelt.
Eine Insel mit der Farbe von Zitrusfrüchten und atemberaubendem Meerblick
Bei einem Inselumfang von etwa 20 Kilometern konnte ich in aller Ruhe eines der Slow Mobility-Fahrzeuge nutzen, um den Charme der zahlreichen Naturwunder und Sehenswürdigkeiten von Nakajima in vollen Zügen zu genießen. Die Straßen folgen dabei der Silhouette der Insel und sind nur wenige Meter vom klaren Wasser des Seto-Binnenmeeres entfernt. Immer in der Nähe dieser schimmernden, ruhigen Weite, begleitet vom friedlichen Rauschen des Windes und der Wellen, tauchte ich in eine Landschaft mit malerischen Holzdörfern, kleinen Familienbetrieben und Torii (Eingangstore an Schreinen) ein, die auf den unermesslichen blauen Horizont ausgerichtet waren.
Bei der langen Seefahrttradition dieser Insel ist es kein Wunder, dass viele ihrer Heiligtümer in Küstennähe errichtet wurden und Gottheiten verehrten, die für eine sichere Reise sorgen sollten. Eines dieser Heiligtümer ist der Taki-Schrein, an dem ich Halt machte, weil mich die nahtlose Verbindung zwischen dem Meerespanorama und dem heiligen Gelände des Schreins faszinierte. Dieser Schrein, der mit seinem Torii das Meer einrahmt, strahlt eine schlichte Schönheit aus und ist den Göttern des Wassers, der Schifffahrt und der Marine gewidmet.
Meine Fahrt um die Insel wurde außerdem durch den Anblick der reifen Zitrusfruchtplantagen von Nakajima bereichert, die kurz davor waren, gepflückt werden zu können. Sie hängen von der Inselküste ins offene Meer herab oder wachsen auf den Hügeln und sind dabei so zahlreich, dass die ganze Insel zu bestimmten Zeiten des Jahres mit den Farben von Mandarinen und dem Duft von Zitrusblüten durchdrungen wird.
Der strahlende Sonnenschein und die Meeresbrise, die vom Seto-Binnenmeer herüberweht, lassen hier rund 30 Arten von Zitrusfrüchten gedeihen, die so süß und reichhaltig sind, dass Nakajima als eines der berühmtesten Zitrusanbaugebiete des Landes gilt – tatsächlich sind die meisten der Einwohner in dieser Branche beschäftigt.
In diesen wundervollen Unterkünften verbringen Sie Zeit am Meer
Nakajima verfügt über einige herrliche Unterkunftsmöglichkeiten, die tagsüber einen Blick auf das Meer bieten und nachts einen unberührten Sternenhimmel sichtbar machen. Die im Jahr 2020 renovierte Hoshifuru Terrace Himegahama ist eine dieser Einrichtungen. Sie eignet sich perfekt als Rückzugsort und Ausgangspunkt für weitere Besichtigungen.
Hier kann man nicht nur übernachten und essen, sondern auch Campingausrüstungen und Grillzubehör ausleihen, um die Umgebung das ganze Jahr über optimal auszukosten.
Die westlichen und japanischen Zimmer sowie die Schlafsäle der Hoshifuru Terrace Himegahama bieten allesamt einen Blick auf den Himegahama Beach, einen über 500 Meter langen weißen Sandstrand. Er gilt als einer der besten Orte auf der Insel, um die Schönheit des Seto-Binnenmeeres zu genießen, zu schwimmen oder einfach nur in der Sonne zu liegen. Im Sommer ist der Strand sogar mit dem „Splash Beach the Nakajima“ ausgestattet, der einzigen Wassersportanlage des Seto-Binnenmeeres – mit Rutschen und Plattformen, die auf dem Meer treiben.
In den Sommermonaten wimmelt es nur so von Strandbesuchern – doch bei meinem Besuch im Herbst konnte ich die Ruhe genießen und einfach nur meinen Blick über das weite Meer schweifen lassen.
Ebenfalls in der Nähe des Himegahama Beach befindet sich THE BONDS, eine weitere empfehlenswerte Option für alle, die auf Nakajima übernachten möchten. Die im Jahr 2016 eröffnete Einrichtung verfügt über lediglich neun Zimmer.
Sie wird von einem netten Ehepaar geführt, das sich zum Ziel gesetzt hat, einen neuen Unterkunftsstil zu schaffen, der die freundliche Umgebung eines Gästehauses mit den köstlichen Mahlzeiten eines Ryokan (traditionelles japanisches Hotel) verbindet. Sie verwenden saisonale Zutaten, die speziell in Nakajima oder der Präfektur Ehime von Privatpersonen und Dienstleistern bezogen werden, die zum Bekannten- und Vertrautenkreis der Besitzer zählen.I
Im THE BONDS können die Gäste das Seto-Binnenmeer am nahegelegenen Himegahama-Strand aus nächster Nähe genießen, indem sie sich Stand-up-Paddle-Boards, Flöße, Boote, Angelzubehör und andere Ausrüstungen für alle Arten von sommerlichen Spaßaktivitäten leihen – oder von der geräumigen Dachterrasse direkt über das Meer blicken.
Ein erfüllter Tag auf Japans nachhaltiger und intelligenter Insel Nakajima
Nakajima ist eine unberührte Insel voller historischer und natürlicher Wunder, die für ihre unglaublich köstlichen Zitrusfrüchte und die atemberaubende Aussicht auf das Seto-Binnenmeer bekannt ist. Sie hat sich nicht nur die Landschaft und das entschleunigte Alltagsleben des früheren Japans bewahrt, sondern engagiert sich auch in einer Vielzahl nachhaltiger Initiativen zur Entwicklung intelligenter Modelle für abgelegene Inseln und Regionen.
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