Geschichte
Tsuyama: Schlendern Sie durch eine tausend Jahre alte Burgstadt, in der historische Wunder auf Nachhaltigkeit treffen
-
- ZIELORT
- Okayama
-
- VERWANDTE SCHLAGWÖRTER
-
- LETZTE AKTUALISIERUNG
- 26. Januar 2023
Die Stadt Tsuyama in der Präfektur Okayama blickt auf eine 1.300-jährige Geschichte zurück und ist von Kultur durchdrungen. Faszinierende Spuren der vergangenen Jahrhunderte lassen sich in der weißen Gestalt der Burg Tsuyama bewundern, die auf einem Hügel im Herzen der Stadt steht, sowie entlang der alten Straßen, wo eine Reihe perfekt erhaltener traditioneller Gebäude noch immer die Pracht der alten Szenerie und Atmosphäre der Stadt bewahrt. Durch solch ein Erbe bereichert, fühlte sich Tsuyama so wie es ist bereits perfekt an, doch mit dem Ziel der Stadt, ein neues Tourismusmodell zu entwickeln, bot sich mir außerdem die seltene Gelegenheit, an der Verschmelzung von tausendjährigen Traditionen und innovativen Ansätzen der Nachhaltigkeit teilzuhaben!
Tauchen Sie in Tsuyamas 1.300 Jahre alte Geschichte und Traditionen ein
Während die Gebäude in der Umgebung immer zerstreuter wurden, ließ die Gestalt der Burg von Tsuyama ihre majestätische Größe erkennen, als ich mich nach und nach näherte. Durchdrungen vom Zauber des vergangenen Japans, schien die Burg die Zeit in ihrer Umgebung anzuhalten, als hätte die gesamte Stadt ihr altes Aussehen nie wirklich zugunsten der Moderne aufgegeben.
Tsuyama liegt im Norden der Präfektur Okayama, inmitten der reichen Natur des Chūgoku-Gebirges im Norden und der Kibi-Hochebene im Süden. Diese alte Stadt ist so geschichtsträchtig, dass sie sogar in historischen Dokumenten aus der Heian-Zeit (794–1185) erwähnt wird, die belegen, dass sie im Jahr 713 als Hauptstadt der neu gegründeten Provinz Mimasaka gewählt wurde.
Tsuyama war nicht nur ein politisches Zentrum, sondern florierte auch als wirtschaftlicher Knotenpunkt. Da Tsuyama zwischen zwei großen Städten – Yamato und Izumo – lag, fungierte es als eine wichtige Verkehrsader entlang des Flusses Yoshii. Außerdem lag es an einer der wichtigsten Fernstraßen der Edo-Zeit (1603–1867), der Izumo-Kaidō, die das heutige Himeji in der Präfektur Hyōgo mit der heutigen Präfektur Shimane verband.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich Tsuyama auch zu einer Burgstadt. Nachdem Mori Tadamasa, das erste Haupt des Tsuyama-Clans, im Jahre 1604 mit dem Bau der Burg begonnen hatte, entwickelte sich das umgebende Stadtbild zu einem Spektakel aus Holzgebäuden und traditionellen Sehenswürdigkeiten, die bis heute erhalten geblieben sind und mir bei meinem Besuch das Herz erwärmten.
Diese pulsierende Umgebung begünstigte auch Studium und Kunst, und im Laufe der Edo- und Meiji-Zeit (1868–1912) brachte Tsuyama zahlreiche hervorragende Gelehrte der „rangaku“ (Lernen über den Westen) hervor, die dem Land halfen, seine wissenschaftliche Basis aufzubauen.
Burg Tsuyama: Steigen Sie zu einem atemberaubenden Wahrzeichen hinauf, das mit seinen 1.000 Kirschbäumen über die Stadt wacht
Mitten im Zentrum von Tsuyama erhebt sich die Burg Tsuyama, das offensichtlichste Symbol der glorreichen Geschichte der Stadt und der ideale Ort, um mein Eintauchen in die Wunder der Stadt zu beginnen.
Als ich mich dem zentralen Burgfried näherte, einem weißen Juwel, das auf Steinresten von unschätzbarem Wert ruht und von jahrhundertelanger Geschichte durchdrungen ist, stellte ich mir die Burg im Laufe der verschiedenen Epochen vor, während ich die Vielzahl der wunderbaren Anblicke auf dem Weg nach oben in mich aufnahm. Eingerahmt von herrlichem Grün und vor dem Hintergrund des malerischen blauen Himmels, veränderte sich das Aussehen der Burg mit jeder Drehung und Wendung der Treppe, wobei die Wände immer weißer erschienen und schließlich im warmen Sonnenschein fast einen goldenen Schimmer bekamen. Diese erhöhte Lage verleiht der Burg Tsuyama nicht nur ein Gefühl der Feierlichkeit, sondern macht sie auch einzigartig, da sie eine der drei einzigen Burgen in Japan ist, die auf einer Bergkuppe inmitten einer Ebene erbaut wurden.
Obwohl sie 1873 abgerissen wurde, als die Meiji-Regierung im Zuge der Modernisierung Japans ein Gesetz erließ, das den Abriss von Burgen im ganzen Land vorschrieb, wurde dieses geschätzte Wahrzeichen von den Einheimischen nie vergessen. Der größte der Wachtürme wurde schließlich rekonstruiert und 2005 im Rahmen eines Gedenkprojekts zum 400-jährigen Jubiläums des Baus der Burg für die Öffentlichkeit wiedereröffnet. Die 45 Meter hoch gelegenen Ruinen und der neue Bergfried strahlen eine solche Schönheit aus, dass sie 2006 von der Gesellschaft der japanischen Burgen zu einer der „100 bedeutenden Burgen Japans“ gewählt wurden.
Aber das ist nicht die einzige Auszeichnung, die die Burg Tsuyama erhalten hat, denn sie wurde auch zu einem der „100 besten Orte in Japan für die Kirschblütenschau“ gewählt. Auf dem Burggelände, das in den beliebten Kakuzan-Park umgewandelt wurde, stehen etwa 1.000 Kirschbäume, die im Frühjahr in Hülle und Fülle blühen und den Besuchern ein rosafarbenes Spektakel im Kontrast zu den massiven Steinmauern sowie dank der Beleuchtung einen traumhaften Anblick bei Nacht bieten.
Ich besuchte den Park Ende Oktober, weshalb die Burg nicht in seine ikonische Blütenwolke gehüllt war, aber die Farben des sich verändernden Laubs waren fast genauso schön und gaben mir die Möglichkeit, unzählige Anblicke der leuchtenden Farben im Park zu genießen!
Bezirke Jōsai und Jōtō: Machen Sie einen Spaziergang entlang einer alten, mit historischen Gebäuden gesäumten Straße
Nach der Burg setzte ich meine Erforschung der Geschichte von Tsuyama fort, indem ich die traditionellsten Viertel der Stadt erkundete: Jōsai und Jōtō, zwei wichtige Bezirke zur Bewahrung traditioneller Gebäudegruppen, die an der alten Izumo-Kaidō liegen.
In Jōtō ist noch immer das Aussehen der Edo-Zeit erhalten geblieben, während Jōsai das Stadtbild der Meiji- und Taishō-Zeit (1912–1926) bewahrt hat, was ein Gefühl von antiker Pracht hervorruft, da überall im Stadtbild Spuren der vergangenen Zeiten zu finden sind.
Der Jōsai-Bezirk auf der Westseite der Burg zeigt ein Stadtbild, in dem alte Tempel und Schreine mit moderner Architektur vermischt sind. Mit der Eröffnung der neuen Eisenbahnlinie in der Meiji-Zeit wurde Jōsai zum Tor nach Tsuyama und florierte als Handels- und Geschäftsviertel. Die vielen Residenzen wohlhabender Kaufmannsfamilien und Gebäude aus der Taishō-Zeit, die in den Straßen zu sehen sind, zeugen noch von dieser Glanzzeit.
Darunter bieten die ehemalige Doi-Bank, die heute als Sakushū-Volkskunstmuseum dient, und das Jōsai-Romankan, das als Galerie und Café im Retro-Stil im ehemaligen Nakajima-Krankenhaus eröffnet wurde, Besuchern die Möglichkeit, die verführerische Atmosphäre des modernen Wohlstands, die das Viertel ausstrahlt, in vollen Zügen zu genießen. In der Gegend befindet sich auch der Hongen-ji, der Familientempel der Feudalherren des Tsuyama-Clans.
Auf der östlichen Seite der Burg befindet sich der Jōtō-Bezirk, wo sich auf einer Länge von 1,2 Kilometern historische Stadthäuser aneinanderreihen und das Gefühl einer Burgstadt bewahren. Je weiter ich in diese alten Straßen vordrang, desto mehr fühlte ich mich wie im alten Japan, und mit jedem Schritt tauchte ich mehr in die außergewöhnlichen Details der traditionellen Gebäude ein. Die Gebäude in Jōtō zeichnen sich durch eine ausgeprägte traditionelle Architektur aus, die von den Mauern über die Dächer bis hin zu den Fenstern zu sehen ist, und es hat Spaß gemacht, sie zu besichtigen, da sie mir die Gelegenheit gaben zu erfahren, wie Häuser vor Hunderten von Jahren gebaut wurden.
Viele dieser historischen Gebäude sind auch für die Öffentlichkeit zugänglich und gewähren Einblicke in das Alltagsleben im alten Jōtō, darunter die ehemalige Residenz von Mitsukuri Genpo, einem bekannten Gelehrten in den westlichen Wissenschaften, das Jōtō-Mukashi-Machiya und die Sakushū-Jōtō-Residenz – jahrhundertealte Stadthäuser von großer architektonischer Schönheit!
Bito Tsuyama-an Hotel und L’Histoire-Gasse: Entspannen Sie sich in einer nachhaltigen traditionellen Unterkunft, die aus dem historischen Reichtum von Tsuyama entstanden ist
Im Jōtō-Bezirk zur Bewahrung traditioneller Gebäudegruppen konnte ich nicht nur herrliche Orte voller Tradition erkunden, sondern hatte auch die kostbare Gelegenheit, eine Nacht im Bito Tsuyama-an Hotel, einem der wertvollen historischen Gebäude, zu verbringen, das auch Teil eines größeren, in der Kultur von Tsuyama verwurzelten Projekts für nachhaltigen Tourismus ist.
Im Jahr 2020 wurde in Tsuyama das Forschungsinstitut für nachhaltigen Tourismus gegründet, dessen Aufgabe es ist, Forschung im Bereich des nachhaltigen Tourismus zu betreiben und Beratungsdienste für die Planung von nachhaltigem Tourismus und landesweite Öffentlichkeitsarbeit anzubieten.
Als erster Schritt zur Entwicklung neuer Formen des Tourismus wurde entlang der Fukudaya-Gasse in Jōtō eine neue touristische Zone mit dem Namen „L'Histoire-Gasse im Bito-Bezirk von Tsuyama“ eingeweiht. Sie ist zwar nur 200 Meter lang, verbindet aber zwei Gasthäuser, die symbolisch für das Projekt stehen: das „Bito Tsuyama-an Hotel“ und das „L'Histoire Hotel Tsuyama“. Als Modelle für die Wiederbelebung der Region lassen beide Einrichtungen die Besucher in die 1.300 Jahre alte Geschichte und Kultur Tsuyamas eintauchen und schärfen durch Initiativen, die ihr einzigartiges Erbe hervorheben und nutzen, das Bewusstsein für den Wert der Region.
Als ich das Bito Tsuyama-an Hotel betrat, war ich sofort von der nahtlosen Mischung aus traditionellen und modernen Elementen fasziniert. Diese Einrichtung behält das traditionelle Äußere aus Holz bei, das für die Gebäude in der Gegend charakteristisch ist. Sie ist aber auch mit trendigen Kunstwerken und Designs von lokalen Unternehmen und Handwerkern geschmückt, die es mir ermöglichten, die Kultur von Tsuyama zu genießen. Das Gasthaus arbeitet nicht nur mit lokalen Kunsthandwerkern zusammen, sondern verwendet auch in der Präfektur Okayama produzierte Materialien und lokal hergestellte Spezialerzeugnisse, wie beispielsweise mit dem traditionellen roten Pigment „Bengara“ gefärbtes „Washi“ (Japanpapier), für die üppigen Dekorationen.
Sogar das Bad des Luxus-Doppelzimmers „Miya-gawa“, in dem ich untergebracht war, hatte ein besonderes Design, das einen wunderschönen Fuji zeigt, der sich zwischen traditionellen Mustern erhebt, und die Atmosphäre eines öffentlichen Badehauses ausstrahlt. Damit fühlt sich Ihre Badezeit gewiss noch luxuriöser an!
Das Bito Tsuyama-an Hotel wurde ebenfalls von einheimischen Architekten renoviert, die beschlossen, den Charme der alten Szenerie von Tsuyama in der gesamten Einrichtung zu veranschaulichen, indem sie sich wertvolle alte Fotos von einem 140 Jahre alten Fotoladen ausliehen, um sie als dekorative Elemente einzusetzen. Im Zimmer „Miya-gawa“ zieht sich eine geheimnisvolle Brücke über die zinnoberrote Wand, während im Zimmer „Kakuzan“ der schwarz-weiße Umriss der Burg Tsuyama durch die goldenen Tatami-Matten und den traditionellen Stil des Raumes ergänzt wird. Fasziniert von diesen Szenen vergangener Epochen, wobei jedes Zimmer von anderen Zeiten und Landschaften erzählt, fühlte ich mich von einem unerklärlichen, tiefen Gefühl der Nostalgie durchdrungen, das mich meine Zeit im Bito Tsuyama-an Hotel voll und ganz schätzen ließ.
Das Bito Tsuyama-an Hotel zelebriert die lokale Kultur auch in seinem anliegenden gemütlichen Kaffeehaus, dem L'Histoire Café. Tsuyama ist auch der Ort, an dem Udagawa Yōan, einer der herausragenden japanischen Gelehrten der Stadt in den westlichen Wissenschaften, zum ersten Mal die Kanji (sinojapanische Schriftzeichen) für „Kaffee“ verwendete. Im Café können Sie den originalen „Bito White Latte“ genießen, der aus köstlichen, vor Ort gerösteten „Bito Tsuyama Kaffeebohnen“ und hochwertiger „Hiruzen-Milch“ aus dem unberührten Hiruzen-Hochland zubereitet wird.
Haben Sie teil an der kostbaren Mischung aus Geschichte und Nachhaltigkeit in dieser 1.300 Jahre alten Burgstadt
Genießen Sie in Tsuyama, einer Burgstadt voller Kultur und traditioneller Stadtlandschaften, die Ihre Reise mit Sicherheit bereichern wird, die besten Aspekte von Japans historischem Charme sowie innovative Initiativen zur Förderung von nachhaltigem Tourismus und seiner Verbreitung in der Welt!
Verwandte Artikel
VERWANDTE REISEZIELE
Okayama
Die Okayama-Gegend hat sich zu einer lebhaften Kulturregion entwickelt, in der verschiedene Gewerbe wie Schwerter, Bizen-Keramik und andere Kunsthandwerke vertreten sind. Aufgrund des warmen Klimas werden hier viele Früchte wie Pfirsiche und Muskattrauben angebaut. Von vielen Aussichtspunkten kann man die Inseln der Setouchi-Binnenmeers bewundern.