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Fünf Radrouten in Setouchi
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- 25. Februar 2026
Eingebettet zwischen Honshu, Shikoku und Kyushu liegt die Setouchi-Region, ein ruhiges, inselreiches Fleckchen im Westen Japans, das vor allem für sein mediterranes Klima und das glitzernde Binnenmeer bekannt ist. Sie zählt außerdem zu Japans beliebtesten Radsportdestinationen mit einem Netz an Routen, allen voran die legendäre Shimanami Kaido, die Onomichi in der Präfektur Hiroshima mit Imabari in der Präfektur Ehime verbindet, die sowohl Gelegenheitsradler als auch Profis begeistern.
Die Shimanami Kaido ist jedoch nur der Anfang. Setouchi bietet unzählige Möglichkeiten zur Erkundung, von ruhigen Küstenwegen und sanften Landstraßen bis hin zu anspruchsvollen Berggeländen, die jeweils eine andere Seite der Region offenbaren. Denn Radfahren ermöglicht es, nicht nur die Landschaft selbst zu erleben, sondern auch die Zwischenräume: die Eindrücke, Geräusche und anderen subtilen Details, die den wahren Charme eines Ortes ausmachen.
Vor diesem Hintergrund stellen wir Ihnen fünf Routen vor, die die Vielfalt Setouchis widerspiegeln und Ihnen ein Gefühl dafür vermitteln, was jede einzelne Route so besonders macht, fast so, als würden Sie sie selbst befahren. Dabei finden Sie auch praktische Informationen, die Ihnen bei der Auswahl der Route helfen, die am besten zu Ihren Interessen passt.Eingebettet zwischen Honshu, Shikoku und Kyushu liegt die Setouchi-Region, ein ruhiges, inselreiches Fleckchen im Westen Japans, das vor allem für sein mediterranes Klima und das glitzernde Binnenmeer bekannt ist. Sie zählt außerdem zu Japans beliebtesten Radsportdestinationen mit einem Netz an Routen, allen voran die legendäre Shimanami Kaido, die Onomichi in der Präfektur Hiroshima mit Imabari in der Präfektur Ehime verbindet, die sowohl Gelegenheitsradler als auch Profis begeistern.
Die Shimanami Kaido ist jedoch nur der Anfang. Setouchi bietet unzählige Möglichkeiten zur Erkundung, von ruhigen Küstenwegen und sanften Landstraßen bis hin zu anspruchsvollen Berggeländen, die jeweils eine andere Seite der Region offenbaren. Denn Radfahren ermöglicht es, nicht nur die Landschaft selbst zu erleben, sondern auch die Zwischenräume: die Eindrücke, Geräusche und anderen subtilen Details, die den wahren Charme eines Ortes ausmachen.
Vor diesem Hintergrund stellen wir Ihnen fünf Routen vor, die die Vielfalt Setouchis widerspiegeln und Ihnen ein Gefühl dafür vermitteln, was jede einzelne Route so besonders macht, fast so, als würden Sie sie selbst befahren. Dabei finden Sie auch praktische Informationen, die Ihnen bei der Auswahl der Route helfen, die am besten zu Ihren Interessen passt.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Tamba Sasayama (Hyogo) | Satoyama-Route – Wo Samurai- und ländliche Kulturen koexistieren
- 2. Hiruzen (Okayama) | Weideland im Hochland und Milchwirtschaftskultur
- 3. Akiyoshidai (Yamaguchi) | Ein Karst-Erlebnis, das die Erdgeschichte berührt
- 4. Iya-Tal (Tokushima) | Ein verborgenes Paradies, wo die Zeit stillsteht und der Alltag der Menschen sichtbar wird
- 5. Shodoshima (Kagawa) | Radfahren an der Küste, wo Inselzeit und Kultur aufeinandertreffen
- 6. Radfahren verbindet die Formen des Reisens im Seto-Binnenmeer
1. Tamba Sasayama (Hyogo) | Satoyama-Route – Wo Samurai- und ländliche Kulturen koexistieren
Umschlossen von der bergigen Landschaft der Präfektur Hyogo liegt Tamba Sasayama, eine historische Jokamachi, eine „Burgstadt“ mit jahrhundertealter Geschichte. Die Stadt entstand rund um die Burg Sasayama, die 1608 von Tokugawa Ieyasu in Auftrag gegeben wurde, dem Daimyo (Kriegsherrn), der Japan vereinigte und nach jahrzehntelangen Konflikten während der Edo-Zeit (1603-1868) das Tokugawa-Shogunat gründete. Damals war Ieyasus Macht nicht absolut, und der Toyotomi-Klan, seine ehemaligen Rivalen, übte noch immer beträchtlichen Einfluss aus. Die Burg Sasayama wurde daher errichtet, um die Toyotomi in Schach zu halten.
Obwohl der ursprüngliche Bergfried der Burg nicht erhalten ist, wurde die Oshoin (Große Halle) sorgfältig rekonstruiert. Sie ist von Samurai-Quartieren und traditionellen japanischen Gebäuden umgeben, die einen Einblick in den Alltag während der Edo-Zeit (1603-1868) gewähren.
Wenn Sie in Tamba Sasayama an einer Radtour teilnehmen möchten, ist Highlander Bicycle Tours wärmstens zu empfehlen. Die geführten Touren ermöglichen es Ihnen, den Charme der japanischen Landschaft in vollen Zügen zu genießen, während Sie idyllische ländliche Gegenden, historische Straßen, traditionelle Dörfer und versteckte Juwelen entdecken.
Es gibt auch eine Radroute von der Stadt aus, die Sie tiefer in die umliegende Landschaft führt. Hier erleben Sie typisches Satoyama, einen Begriff, der die Gegend zwischen Bergen und flachem Ackerland im ländlichen Japan beschreibt.
Hier können Sie gemütlich an Feldern mit den erstklassigen süßen, schwarzen Sojabohnen der Region und traditionellen Bauernhäusern vorbeiradeln. Der Wind trägt den erdigen Duft frisch gepflügter Erde, begleitet vom Surren Ihrer Reifen auf festem Schotter. Im Schatten der umliegenden Hügel strömt kühle Luft durch die Bäume zu sonnenbeschienenen Lichtungen hinab.
Radfahren ist hier entschleunigt, sinnlich und tief mit der Natur verwurzelt.
Und während der Fahrt bieten sich Abstecher an, zum Beispiel zum Burggelände oder zum Tamba Traditional Crafts Park, Tachikui Sue no Sato, wo einer der sechs historischen Brennöfen Japans noch heute in Betrieb ist. Auch das Café Oito, untergebracht in einem fast 200 Jahre alten traditionellen Stadthaus, lädt zu einer Pause ein. Dort können Sie meisterhaft gebrühten Kaffee genießen und Ihre bisherige Reise durch diese Region Revue passieren lassen.
2. Hiruzen (Okayama) | Weideland im Hochland und Milchwirtschaftskultur
Hoch oben in der nördlichen Präfektur Okayama erstreckt sich unterhalb der drei Gipfel des Hiruzen-Gebirges ein weites, windumtostes Plateau. Dies ist das Hiruzen-Hochland, das aufgrund seiner milden Sommer, der offenen Graslandschaften und der entspannten Atmosphäre auch als „Karuizawa Westjapans“ bezeichnet wird, in Anlehnung an einen beliebten Bergkurort in der Präfektur Nagano. Es bietet ideale Bedingungen für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Camping, Reiten und natürlich Radfahren. Ein besonders guter Ausgangspunkt für Radtouren ist der Rastplatz Hiruzen Kogen.
Auf einer Höhe von etwa 500-700 Metern gelegen, ist Radfahren hier angenehm kühl, selbst in den japanischen Sommermonaten. Die Wege schlängeln sich durch eine sanft hügelige Landschaft. Ein entspanntes Terrain, das sich mit einem E-Bike noch angenehmer anfühlt. Es gibt auch zahlreiche Trails für Fahrräder mit breiten Reifen, darunter einen, der zu einem malerischen Aussichtspunkt namens White Birch Hill führt. Im Herbst erstrahlt das gesamte Plateau in feurigen Rot-, Orange- und Gelbtönen und verwandelt jede Strecke in eine landschaftlich reizvolle Fahrt durch den Wechsel der Jahreszeiten.
Wenn der Wind von den Bergen herabweht, ist das Muhen der Kühe zu hören, ein Hinweis auf eine der Hauptattraktionen der Region. Die Milchwirtschaft ist hier zentral für das Leben, und auf Hiruzen Jersey Land können Sie diese Verbindung hautnah erleben.
Dieser Bauernhof, der gleichzeitig auch Besucherzentrum ist, lädt Sie ein, die Milchkultur der Region kennenzulernen, sei es bei der Käseherstellung oder beim Genuss von frischem Eis. Das cremige Milcheis ist ein absolutes Muss: Es ist samtig-weich und vollmundig mit einer dezenten Süße, die unverkennbar mit der umliegenden Landschaft verbunden ist. Gleich hinter dem Besucherzentrum können Sie die für die Region typischen Jersey-Kühe auf den Hochweiden grasen sehen.
3. Akiyoshidai (Yamaguchi) | Ein Karst-Erlebnis, das die Erdgeschichte berührt
Akiyoshidai, eine der visuell beeindruckendsten und ungewöhnlichsten Landschaften Japans, ist ein weitläufiges Karstplateau in der Stadt Mine in der Präfektur Yamaguchi. Es entstand, nachdem tektonische Platten uralte Korallenriffe auf den Kontinent transportierten. Das Plateau erstreckt sich über rund 100 Quadratkilometer und ist von Kalkstein bedeckt, der die grasbewachsenen Hänge säumt.
Akiyoshidai ist ein beliebter Ort für Radfahrer, welche die ruhigen Straßen durch die fast außerweltliche Landschaft genießen wollen.
Ein idealer Ausgangspunkt ist das Mine Akiyoshidai Geopark Center Karstar, wo Besucher Fahrräder mieten und eine Pause einlegen können. Die Hauptstrecke, die Karststraße, bietet mit ihren moderaten Steigungen und Gefällen eine aufregende Fahrt über das weitläufige Plateau. Die Entfernung vom Mine Akiyoshidai Geopark Center Karstar zur Taishodo-Höhle beträgt etwa 8,5 Kilometer mit moderaten Steigungen. Dennoch kann die Strecke in der Mittagshitze durch die stetigen Auf- und Abstiege etwas anstrengend sein.
Radfahrer werden jedoch mit einzigartigen Ausblicken auf das Plateau belohnt, die Stille wird nur vom Surren der Kette und dem Wind, der über das offene Land weht, unterbrochen.
Bitte beachten Sie, dass Radfahren auf öffentlichen Straßen erlaubt ist, Fahrräder jedoch in den Graslandgebieten von Akiyoshidai nicht gestattet sind. Unterwegs liegt Chojagamori, ein kleines Waldstück, wo Radfahrer Rast machen können; das üppige Grün bietet Schutz vor Sonne und Wind. Die Landschaft ändert sich erneut bei Jigokudai, einem von Kalkstein geprägten Teil des Akiyoshidai.
Unter der Oberfläche, am südlichen Ende von Akiyoshidai, befindet sich die Akiyoshido-Höhle. Diese gewaltige Kalksteinhöhle erstreckt sich über elf Kilometer und ist damit das größte bekannte Höhlensystem Japans. Sie ist deutlich kühler als das darüber liegende Plateau, ein erfrischender Kontrast, besonders im Sommer.
In der Nähe des Geoparkzentrums Karstar (Mine Akiyoshi) können Besucher auch das Akiyoshidai-Wissenschaftsmuseum besuchen und die Geologie und die Höhlensysteme, die das Plateau prägen, genauer betrachten.
4. Iya-Tal (Tokushima) | Ein verborgenes Paradies, wo die Zeit stillsteht und der Alltag der Menschen sichtbar wird
Im abgelegenen Landesinneren von Shikoku durchschneidet das Iya-Tal die zerklüfteten Berge der westlichen Präfektur Tokushima und bildet tiefe Schluchten, die Hunderte von Metern tief in das smaragdgrüne Wasser darunter abfallen.
Als eine der drei abgelegensten Regionen Japans besticht Iya durch seine raue, steile Landschaft, die einen starken Kontrast zur sanfteren Umgebung bildet. Ein unvergessliches Erlebnis für Radfahrer.
Für eine entspannte Erkundung der Naturschönheit empfiehlt sich die Iya Valley Slow Cycling Tour. Vom Bahnhof Awa-Ikeda aus fahren die Radfahrer mit dem Zug nach Oboke und anschließend mit dem Bus nach Kazurabashi, dem Startpunkt der Tour. Die Route folgt größtenteils dem Tal und führt sanft bergab, sodass sie auch für Anfänger geeignet ist. Panoramablicke und Rastplätze laden zum Innehalten und Genießen der imposanten Felswände und bewaldeten Hänge ein. Besonders beeindruckend ist die Landschaft im Herbst, wenn das Tal in einem Meer aus Rot-, Orange- und Gelbtönen erstrahlt.
Die Strecke folgt hier der alten Iya-Straße entlang des Iya-Flusses und passiert dabei bekannte Sehenswürdigkeiten wie die Kazurabashi und eine markante Flussschleife, das Hinoji-Tal. Unten rauscht das blaugrüne Wasser stetig durch die Schlucht, sein Rauschen schwillt an und verebbt, während sich die Straße am Berghang entlangschlängelt.
5. Shodoshima (Kagawa) | Radfahren an der Küste, wo Inselzeit und Kultur aufeinandertreffen
Shodoshima, zwischen Honshu und Shikoku gelegen, ist die zweitgrößte Insel im Seto-Binnenmeer. Sie ist berühmt für ihre Oliven, deren Anbau im milden, mediterranen Klima prächtig gedeiht. Auch Radfahren ist hier fast das ganze Jahr über angenehm. Der Hafen von Ikeda ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Insel mit dem Fahrrad zu erkunden.
Shodoshima lädt zu einer entspannteren Erkundung ein. Küstenstraßen schlängeln sich am Rand der Insel entlang, bevor sie sanft in die Hügel übergehen, die sich zum bergigen Inselinneren erheben. Sie radeln vorbei an kleinen Städten und Fischerhäfen, stets begleitet von einer kühlen Meeresbrise, die den Duft von Salz mit sich bringt.
Ein idealer Ausgangspunkt auf Shodoshima ist die Angel Road, eine Sandbank, die zweimal täglich mit den Gezeiten erscheint und die Insel mit einer Kette vorgelagerter Inseln verbindet. In der Nähe können Radfahrer Fahrräder mieten, darunter auch Modelle mit elektrischer Unterstützung, die das Fahren durch die engen Gassen und über die sanften Hügel für alle angenehm machen. Die Straße führt allmählich landeinwärts, und die Luft verändert sich leicht, während man immer mehr Grün sieht.
Hier finden Besucher den Olivenpark, einen bewirtschafteten Olivenhain an einem Hang, der als erster Ort in Japan erfolgreich Oliven anbaute. Wege schlängeln sich durch silbrig belaubte Bäume und eröffnen Ausblicke auf das darunterliegende Seto-Binnenmeer, während eine griechische Windmühle das mediterrane Flair der Insel unterstreicht.
Zurück in der Stadt führt die Radroute durch das historische Viertel Yasuda, wo der verlockende Duft der alteingesessenen Sojasaucenfabriken in der Luft liegt. Shodoshima ist aufgrund seiner Lage und des Zugangs zu hochwertigem Salz einer der historisch bedeutendsten Orte Japans für die Sojasaucenproduktion und beherbergt die größte Ansammlung von Holzfässern des Landes, die zur Sojasaucenherstellung verwendet wurden. Über 1.000 davon sind noch heute im Einsatz. Ein Besuch im Marukin-Sojasaucenmuseum bietet faszinierende Einblicke in diese lebendige Tradition.
Für Ausflüge in die weiter entfernte Umgebung empfiehlt sich ein Auto. Im gebirgigen Landesinneren von Shodoshima erhebt sich die Kankakei-Schlucht steil über der Küste. Ihre hoch aufragenden Felswände und engen Schluchten bilden einen markanten Kontrast zur sanfteren Küstenlandschaft der Insel.
6. Radfahren verbindet die Formen des Reisens im Seto-Binnenmeer
Setouchi ist eine Region, die man am besten in Bewegung erlebt. Ihre Inseln, Täler, Landschaften, Hochländer und Höhlen sind reich an Geschichte und lokaler Kultur. Jeder Ort offenbart sich auf seine eigene Weise, je nachdem, welche Route man wählt, und Radfahren macht diese Vielfalt zu einer ganz persönlichen Reise.
Indem Sie sich die Landschaft, die Sehenswürdigkeiten, die Geräusche und die anderen kleinen Details, die hier beschrieben werden, vorstellen, können Sie die Route wählen, die am besten zu Ihren Vorstellungen von Setouchi passt. Von da an wird die Reise zu Ihrer ganz persönlichen, geprägt von Ihrer Perspektive ebenso wie von der Straße selbst.
Dank Setouchis Ruf als bekanntes Radreiseziel sind diese Erlebnisse für jeden zugänglich. Durchdacht geplante Routen und eine fahrradfreundliche Infrastruktur sorgen dafür, dass die Erkundung Setouchis mit dem Fahrrad nicht nur lohnend, sondern auch unkompliziert ist, selbst für Erstbesucher.
Letztendlich laden diese fünf Routen Sie ein, Ihren eigenen Weg zu wählen und alles, was Setouchi zu bieten hat, auf eine ganz persönliche und bedeutungsvolle Weise zu erleben.
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Hyogo
Die Hyogo-Präfektur bildet ungefähr den Mittelpunkt des japanischen Archipels. Die hier gelegene Hafenstadt Kobe spielt eine wichtige Rolle als das Tor zu Japan. Darüber hinaus gibt es zahlreiche touristische Attraktionen wie die Himeji-Burg, die als ein UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt ist, sowie mehrere Thermalquellen. Das "Kobe Beef", eine der drei wichtigsten Sorten von Wagyu-Rindfleisch, ist eine weithin bekannte Delikatesse.