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Ein fantastischer Ausblick von Setouchi über den Wolken, den Sie einfach gesehen haben müssen
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- 18. März 2022
Eine der spektakulärsten und berühmtesten Ausblicke Japans (und es gibt eine Menge davon) ist das Wolkenmeer, das von der Burg Bicchu Matsuyama auf einem Hügel in Okayama geboten wird. Zu Recht als „Schloss im Himmel“ bekannt, denn wenn die Reise richtig geplant wird, wird einem eine Aussicht präsentiert, die glatt aus einem fantastischen Studio Ghibli-Film stammen könnte. Aber das Schloss im Himmel ist nicht die einzige Aussicht, nach der Sie Ausschau halten sollten, wenn Sie durch das Setouchi-Gebiet reisen. Über das Seto-Binnenmeer gelangen Sie in die Präfektur Kagawa, hier finden Sie direkt den Takaya-Schrein, die Heimat des „Torii-Tors im Himmel.“ Der Takaya-Schrein befindet sich auf dem Gipfel des Berges Inazumi, aber im Gegensatz zu Bicchu Matsuyama sind wir nicht hier, um den Schrein zu sehen, sondern was der Schrein selbst sieht. Ich möchte hier weder große Wellen schlagen noch von Radfahrern erzählen, die die Shimanami Kaido überqueren, denn für mich ist der Blick vom Schrein Takaya aus, einfach der beste Blick auf das Seto-Binnenmeer.
Das Wolkenmeer bei Bicchu Matsuyama
Wenn Sie nach Japan reisen, um im Winter auf die Piste zu gehen oder im Oktober oder November die Herbstfarben zu sehen, haben Sie ganz zufällig die perfekte Zeit gefunden, um das Wolkenmeer in Bicchu Matsuyama zu sehen. Das Wolkenmeer ist eine fantastische Kulisse, die besonders während der frühen Morgenstunden, von Herbst bis Frühling, zu sehen ist. Diese kann nur auftreten, wenn die gegebenen Bedingungen stimmen, wie z. B. ein erheblicher Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht und kein Wind. Um den Burgfried von Bicchu Matsuyama in einem Wolkenmeer schweben zu sehen, empfehle ich einen Besuch der Wolkenmeer-Warte. Die Wolkenmeer-Warte befindet sich auf der Spitze eines Berges nordöstlich der Burg Bicchu Matsuyama und ist mit dem Auto erreichbar. Im Falle, dass Sie das Wolkenmeer verpassen sollten, da Sie es entweder zu einer anderen Jahreszeit besuchen, verschlafen oder einfach nur Pech hatten, dann gibt es keinen Grund sich zu ärgern. Ein Spaziergang rund um und in Bicchu Matsuyama – einer der drei besten Bergburgen Japans – ist mehr als Grund genug, den kurzen Abstecher während einer Reise um das Seto-Binnenmeer zu machen.
Die Burg Bicchu Matsuyama
Bicchu Matsuyama ist heutzutage für ihre Wolken und die Aussicht auf die Hügel bekannt, aber als die Burg gebaut wurde, hatten ihre Architekten einen ganz anderen Zweck im Sinn – den Bau einer undurchdringlichen Verteidigungsfestung, die jene abwehren konnte, die es wagen würden, sie anzugreifen. Diese Bergburg, die höchste aller noch bewachten Burgen Japans, wurde erstmals 1240 verstärkt. Das Gelände wurde nach und nach erweitert und im 16. Jahrhundert wurde der gesamte Berg zu einer bedeutenden Festung. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie zum Zentrum einer Burgstadt mit Burgherrenresidenz und Regierungsamt am Fuße des Berges. In der Meiji-Ära (1868-1912) wurde angeordnet, alle Burgen abzuschaffen und so wurde sie dem Verfall zum Opfer, bis zu ihrer späteren Restaurierung. Im Jahr 1950 wurden der Burgturm, die zweistöckigen Türmchen und die Erdwälle als wichtige Kulturgüter ernannt.
Da die Burg errichtet wurde, um einen Angriff durch die natürliche Topographie zu erschweren, ist der Weg vom Parkplatz nach oben etwas weit, aber dennoch angenehm zu laufen. Sie können zwei Hauptrouten nehmen – einen direkten Weg den Hügel hinauf oder die Straße, die zum Haupteingang führt. Wir entschieden uns, den Weg hinauf und die Straße hinunter zu gehen und das ist die Route, die ich auch empfehlen würde, obwohl die Mitarbeiter vor Ort älteren Besuchern rieten, sie sollen die Straße in beide Richtungen nehmen.
Wenn ich von einem Weg rede, meine ich Stufen. Es gibt viele, viele Stufen. Der Weg ist an manchen Stellen steil und selten gerade, da er manchmal etwas zurückgeht und sich seinen Weg den Berg hinauf windet. Für Angreifer muss es ein herausfordernder Aufstieg gewesen sein, aber für Besucher ist es nun unglaublich ruhig, da man auf dem Weg nach oben nicht oft auf andere Besucher trifft. Die abgenutzten Steinstufen führen zu beiden Seiten durch Baumreihen nach oben, mit Sitzgelegenheiten, auf denen man die Aussicht genießen kann, während man eine kleine Pause einlegt. Hat man das Glück, wie wir im Herbst dort zu sein, wird man auf dem Weg auf leuchtende Rot- und Orangetöne treffen. Nach dem gefühlt tausendsten Schritt, kommen Sie zu einer kleinen Lichtung mit Steinstufen, die zu einem Aussichtspunkt führen. Hier schleuderten die Verteidiger der Burg große Felsbrocken auf diejenigen, die mutig genug waren, einen Angriff zu starten. Wenn Sie diesen Punkt erreicht haben, bedeutet es, dass Sie es nach ganz oben geschafft haben – wenn Sie ein wenig weiter gehen, erreichen Sie die äußeren Burgmauern.
Als wir uns der Burg näherten, trafen wir auf einen Kontrast zwischen weißen Wänden und den feuerroten und orangefarbenen Herbstblättern. Wenn Sie den Eingang betreten, besteht eine gute Chance, den schlafenden Katzenlord Sanjuro auf seinem Thron zu treffen. Benannt nach Sanjuro Tani, einem Feudalherren des Bicchu Matsuyama-Clans, ist er der PR-Botschafter der Burg und hält sich stets hier auf. Man bemerkt schnell, dass Bicchu Matsuyama relativ klein ist, besonders im Vergleich zu Bauwerken wie der Burg von Osaka oder Himeji. Denn diese Burg symbolisierte hauptsächlich Autorität und wurde nicht als Verwaltungs- oder Wohnsitz genutzt. Der Herr der Burg lebte tatsächlich am Fuße des Berges, auf dem Gelände der heutigen Takahashi High School und noch heute kann man die Steinmauern sehen, die den Sockel der Residenz bildeten.
Die ehemalige Samurai-Residenz von Haibara
Unten im Stadtgebiet von Takahashi – gleich um die Ecke der Takahashi High School – liegt das Dorf Ishibiyacho Furusato. Diese Straßen waren einst die Heimat einer blühenden Samurai-Stadt und einige der Residenzen sind erhalten geblieben, die heutzutage für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Eines der besten Beispiele ist die ehemalige Haibara-Residenz, die Mitte der Edo-Zeit erbaut wurde. Sie hat eine ungewöhnliche Struktur, die Elemente der Tempelarchitektur und des Sukiya-Stils (Teehaus) vereint. Gleich die Straße hinauf befindet sich das ehemalige Haus der Familie Orii mit seinen Ausstellungen von Samurai-Rüstungen, Waffen und anderen Artefakten, die es Ihnen einfacher machen nachzuvollziehen, wie das tägliche Leben der Samurai und ihrer Familien in der Zeit damals gewesen sein musste.
Der Takaya-Schrein
In contrast to the impressive Bicchu Matsuyama Castle, Takaya Shrine is a more modest shrine at the top of Mt. Inazumi in western Kagawa Prefecture. Still, the view from the shrine, known for its ‘torii gate in the sky,’ is well worth the visit. Said to have been originally built in 927, it stands at the height of 404 meters looking out over the Seto Inland Sea. A trip here can be part of an instagenic double play when combined with a visit to the famous Chichibugahama Beach, situated only a twenty-minute drive away.
Als wir in Richtung des Berges Inazumi fuhren, war das Wetter im Landesinneren entsetzlich und es schüttete wie aus Eimern. Wir entschieden uns schon fast dazu, alles abzublasen, als wir einen Supermarkt fanden, der wasserdichte Regenkleidung verkaufte. Auch wenn wir noch immer dachten, dass es vom Gipfel aus nichts zu sehen geben würde, abgesehen von Wolken. Als wir am Parkplatz ankamen, stellten wir fest, dass es nur auf einer Seite des Berges regnete, sodass unsere Wanderung relativ trocken war. Die Wanderroute vom Parkplatz ist etwa 1,4 Kilometer lang und besteht aus einem gewundenen Pfad, der direkt den Berg hinaufführt. Es wird generell eine 40- bis 60-minütigen Wanderung eingeplant und wir schlossen sie bequem in etwa 45 Minuten ab.
Wenn Sie vom Parkplatz aus den Berg erreichen, mag es ein wenig einschüchternd wirken – der Berg hat die Form eines perfekten Dreiecks, das an einen alten Grabhügel erinnert – aber da das Torii-Tor am Anfang des Weges einladend aussah, gingen wir weiter. Das erste, worauf man stößt, wenn man mit dem Aufstieg beginnt, sind gravierte Steintafeln an einigen der Kurven, die als Markierungen dienen und anzeigen, wie weit es noch bis zur Spitze ist. Das erste war ein Kreuz, 十丁, das Zehn bedeutete, was mich sofort denken ließ: „Kein Problem! Es gibt nur zehn von denen!“. Wie dem auch sei, zehn Minuten später, als wir die Nummer acht erreichten, wurde uns jedoch klar, dass dies keine einfache Wanderexpedition werden würde.
Der Weg führt geradeaus nach oben, kreuzt sich in Abschnitten von 30 bis 40 Metern wieder und steigt immer weiter an. Einige Teile sind ziemlich steil, was beweist, dass dies absolut kein Weg für Fahrzeuge ist, obwohl die Abfahrt mit einem Mountainbike sicher aufregend sein muss. Es gibt viele Stellen, an denen man Halt machen kann, mit Lücken in den Bäumen, von denen aus man auf die Stadt Kanonji, das Seto-Binnenmeer und die dahinter liegenden Berge blicken kann, um zu Atem zu kommen und einen Schluck Wasser zu trinken, ehe die Wanderung weitergeht.
Als wir an Markierung Nummer drei vorbeikamen, wurde die Aussicht noch spektakulärer. Der Pfad schlängelte sich um den Berg herum, sodass man nun anstelle von Kanonji, einen Panoramablick auf die Inseln im Binnenmeer und gelegentlich auf Krähen, die auf den Luftströmungen dahin glitten, die an der Seite des Berges aufstiegen, zu sehen bekam. Da wurde mir zum ersten Mal klar, dass die Aussicht von oben sicher noch spektakulärer sein würde und der anstrengende Aufstieg die Mühe wert sein musste.
Sobald Sie die letzte Felsmarkierung erreicht haben, ist es nur noch ein kurzer Rest des Aufstiegs. Es erwarten Sie 30 Meter Stufen, die in einem 45-Grad-Winkel nach oben führen und dies ist bei weitem der anstrengendste Teil des ganzen Aufstiegs, aber das Ziel ist so nah, dass man einfach nicht anders kann, als weiterzumachen. Wenn Sie dann durch das steinerne Torii-Tor gehen, das 2009 das ursprüngliche hölzerne Torii-Tor ersetzte, können Sie endlich den zierlichen Schrein mit eigenen Augen betrachten.
Als wir um 16:00 Uhr oben ankamen und uns sorgten, dass wir nichts sehen könnten, verschwanden unsere Befürchtungen sofort. Es war immer noch bewölkt, aber die Sonnenstrahlen brachen durch die Wolken, auf das mit Inseln gespickte Binnenmeer und schufen einen Horizont, der fast zu beeindruckend war, um wahr zu sein. Die vielen atemberaubenden Ausblicke auf das Seto-Binnenmeer über den Wolken, die ich vorgestellt habe, gehören zu den spektakulärsten, die ich jemals in Japan gesehen habe. Natürlich sind weder die Bergburgen noch die Torii-Tore leicht zu erreichen, aber die Vorfreude, die atemberaubende Aussicht zu sehen, die nur von denen bewundert werden kann, die ein wenig Anstrengung in Kauf genommen haben, um dorthin zu gelangen, ist wirklich etwas Besonderes.
Photographs and text by Don Kennedy
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