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Eine Reise nach Akiyoshidai und Akiyoshido: Einer der größten Karstlandschaften und Kalksteinhöhlen Japans
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- ZIELORT
- Yamaguchi
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- VERWANDTE SCHLAGWÖRTER
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- LETZTE AKTUALISIERUNG
- 22. März 2022
Als Japans größte Karstlandschaft, wurde Akiyoshidai 1955 zum Quasi-Nationalpark und daraufhin, 1964, zu einem besonderen Naturdenkmal erklärt. Auf rund 300 Metern über dem Meeresspiegel ist diese dicht gestaffelte Landschaft aus Kalksteinformationen, umgeben von steilen Klippen und Ebenen, ein seltener Anblick in Japan. Akiyoshidai ist gleichzeitig ein spektakuläres geologisches Phänomen, ein malerischer Erholungsort zum Wandern, Radfahren oder Segway (zweirädriges Fahrzeug) fahren und ein lehrreicher Geopark. Kurzgefasst, einer der besten Orte in Japan, um etwas über Kultur und Natur zu lernen.
Ein Blick auf Akiyoshidai, eine Karstlandschaft, die durch die Auflösung von Kalkstein entstanden ist
Wenn Sie auf den hügeligen Trockenrasen blicken, der mit scharfen grauen Felsen gesprenkelt ist, ist es schwer zu glauben, dass dieser Ort einst ein Korallenriff war. Und doch stand diese weitläufige Karstlandschaft, die mehr als 15 km landeinwärts liegt, vor etwa 350 Millionen Jahren vollständig unter Wasser. Im Laufe der Jahrtausende, verschoben sich dann die tektonischen Platten, ein Plateau erhob sich aus dem Meer, Korallen verwandelten sich in Kalkstein und Regen löste den weichen Kalziumkarbonat-Kalkstein in die aktuelle Topographie von Zinnen, Graten, Rissen und Kratern auf, die Sie heute bewundern können.
Ich bereiste Akiyoshidai im Spätherbst, als intermittierende Wolken dramatische Schatten über das trockene Gelände warfen und wie eine, sich kräuselnden Palette, lebendiger Erdtöne im frischen Wind aussah. Als ich von der Akiyoshidai Karst-Aussichtsplattform blickte, stellte ich mir dieselbe Szenerie vor, die sich in saisonalen Farbtönen von üppigem Grün, Rotgelb oder Schneeweiß bis zum Horizont erstreckte.
Mit ungefähr einer Stunde Zeit, die Karstlandschaft zu erkunden, machte ich mich auf den Weg zu einem einfachen Trekking-Pfad, der am Akiyoshidai Karst-Observatorium begann und endete. Ich begegnete auf dem windigen Pfad nur sehr wenigen Menschen, wo ich ein paar dauerhaft rote Blätter, Streifen von gelbem Pampasgras und kultivierte grüne Farne entdeckte. Schroffe Felsen, die aus dem schlichten Gipfel des Berges Wakatake in der Mitte des Pfades herausragten, erinnerten stark an die jahrtausendealten Kalksteinschichten, die direkt unter der grasbewachsenen Oberfläche lagen.
Entlang des Weges in Bodennähe, waren Schilder verteilt, von denen jedes eine nummerierte Frage stellte, die die Besucher dazu aufforderte, die Elemente um sie herum genauer zu untersuchen und darüber nachzudenken, wie sie so geworden sind. Was hat dazu geführt, dass die Felsen durch Löcher ausgehöhlt wurden? Was ist das schwarze Pulver auf dem Kalkstein? Welche Tierfossilien sind hier begraben? Ausführliche Antworten auf diese Fragen und mehr, können Sie im dazugehörigen Naturhistorischen Museum von Akiyoshidai erhalten.
Je nach körperlicher Ausdauer und verfügbarer Zeit, stehen Ihnen fünf Trekkingrouten zur Auswahl, um die Karstlandschaft und ihre reiche Natur zu erkunden. Der Taisho-Höhlenpfad ist ein 1-stündiger und 5 Minuten langer Wanderweg durch Wälder und Wiesen für Anfänger. Der Karst-Observatoriumspfad ist ein einfacher 55-minütiger Natur-Entdeckungs-Weg. Für fortgeschrittene Wanderer gibt es den Chojagamori-Pfad (2), eine 2-stündige und 50 Minuten lange Wanderung, die Akiyoshidai von Norden nach Süden durchquert. Der Chojagamori-Pfad (1), dauert für fortgeschrittene Wanderer in etwa 2 Stunden und 25 Minuten, und der “Akiyoshidai Family Holiday Village”-Pfad etwa 2 Stunden und 15 Minuten und umfasst drei Berge, darunter den Ryugo-Gipfel, die höchste Bergspitze in Akiyoshidai.
Es werden auch Fahrradtouren angeboten, die Sie durch die Umgebung führen: vom Akiyoshidai-Tourismusinformationszentrum zum Beppu Benten-Teich und zurück (19 km); eine Tour zu den heiligen Stätten des Kinrei-Schreins, Gansyo-Tempels, Kawachi-Schreins und des Akiyoshi Hachimangu (24,5 km); entlang der Straße 242 (auch als „Karststraße“ bekannt), die etwa 8 km (insgesamt 28 km) durch den Karst führt; eine ganztägige Fahrt zu beliebten Sehenswürdigkeiten rund um die Stadt Mine, einschließlich der nahe gelegenen Stadt Nagato und zur berühmten fotogenen Tsunoshima-Brücke, die sich über das Japanische Meer erstreckt (127 km).
Die frische Brise von Akiyoshidai mit dem Segway spüren
Für eine ausführlichere Erkundung des Karstgeländes ohne Wanderung, werden auch geführte Touren auf umweltfreundlichen Offroad-Segways angeboten. Das Erlebnis umfasst eine einstündige Einführung und Lektion unter Anleitung eines Lehrers, gefolgt von einer 90-minütigen Segway-Tour durch das Karstgelände. Unterwegs erklärt der Guide an jedem Punkt verschiedene Aspekte der Geschichte und Geologie von Akiyoshidai, sodass Sie genügend Zeit haben, Fotos zu machen und die surreale Landschaft um Sie herum zu betrachten.
Akiyoshido: Eine riesige Höhle voller Kalksteinwunder
Etwa 100 Meter unter der Erde, am südlichen Ende des Akiyoshidai-Quasi-Nationalparks, liegt eine der größten und längsten Kalksteinhöhlen Japans, Akiyoshido, die erstmals 1354 in den historischen Aufzeichnungen Japans erwähnt wurde. Ihre Gesamtlänge erstreckt sich über 10 km, davon ist 1 km öffentlich zugänglich.
Dieser Abschnitt wird auf einer konstanten Temperatur von 17°C gehalten und ist mit reichlich Beleuchtung, gepflasterten Wegen und Stufen ausgestattet, sodass er zu jeder Jahreszeit bequem begehbar ist. Hier können Sie schmelzende Stalaktiten sehen, Kalkterrassen, die aus mehreren Schichten kleiner schüsselförmiger Teiche bestehen und einen kobaltblauen Bach, der neben dem Fußweg entlang fließt. Am beeindruckendsten ist, dass die Höhle viele große und einzigartige Kalksteinformationen enthält, die alle symbolisch benannt und mit begleitenden Audiokommentaren auf Japanisch und Englisch respektvoll hervorgehoben werden.
Es gibt drei Eingänge zu Akiyoshido: den Haupt-, den Kurodani- und den Aufzugseingang. Der Aufzug ist fünf Gehminuten vom Akiyoshidai-Observatorium entfernt und bringt Sie in die Nähe der Goldenen Säule, mitten auf der Besichtigungsstrecke der Akiyoshido-Höhle. Dieses Mal entschieden wir uns für den “Abfahrtskurs”, der beim Kurodani-Eingang beginnt und vom Haupteingang aus in die Richtung der Akiyoshido-Einkaufsstraße führt.
Ich kam an unzähligen tropfenden Stalaktiten vorbei, bevor ich vor Koganebashira stand. Der in den Wassertropfen von der Decke der Höhle enthaltene Kalk, kristallisierte am Boden und bildete nach oben hin ein bambussprossenförmiges Gebilde. Nun ist dieses Gebilde ein 8 Meter hoher, 3 Meter breiter Stalagmit, der mit einer Geschwindigkeit von 2 Zentimetern pro 500 Jahre, über 100.000 Jahre gebraucht haben muss, um seine heutige Größe zu erreichen. Anscheinend wachsen diese tropfenden Stalaktiten doppelt so schnell. Sie bildeten riesige gezackte Decken, die Senjojiki („Tausend Tatamimatten“) und Kasazukushi („Regenschirm-Medley“) getauft wurden und bis nach unten reichten, um dort auf ihre Stalaktiten-Geschwister in der Goldenen Säule von Koganebashira zu treffen.
Weiter unten auf dem Pfad, sammelte sich schmelzender Kalkstein in geschichteten Rändern, um den Dounaifuji zu bilden, einen “Mini-Fuji in der Höhle“, dessen Gipfel in den Wolken verborgen ist. An einer anderen Wand markierten zwei lange, schwarze, horizontale Linien die Spuren eines Flussbettes, das einst vor Zehntausenden von Jahren floss.
Die Hyakumaizara („Hundert Gerichte“)-Formation, die spektakulärste der Akiyoshido-Höhle, befindet sich am Ende des Abstiegs der Höhle (in der Nähe des Haupteingangs). Dort strömt von oben kalkhaltiges Wasser aus der Spitze und bildet Pfützen unterschiedlicher Größen, die wie übereinander gestapelte Teller wirken.
Direkt über dem 20 Meter hohen Haupteingang, spiegelte sich das Sonnenlicht auf der Wasseroberfläche in der Höhle und beleuchtete die Aotenjo-Decke in einem hellen Blauton.
Am Haupteingang gibt es für weitere 300 JPY einen „Abenteuerpfad“, bei dem Sie mit einer ausgeliehenen Llampe eine Felsleiter erklimmen können. Die Aussicht von oben ist einen Besuch wert.
Obwohl die Fledermauspopulation von Akiyoshido seit der Installation des ersten elektrischen Lichts im Jahr 1925 stark zurückgegangen ist, leben noch sechs verschiedene Arten von einigen tausend Fledermäusen in der Höhle, sodass Sie vielleicht den ein oder anderen Blick auf sie erhaschen können. Und wenn Sie sich an einem klaren Abend dort aufhalten, sollten Sie es vielleicht in Betracht ziehen, die Nacht in der Karstlandschaft zu verbringen und den außergewöhnlichen Sternenhimmel zu bestaunen.
Die Yamayaki-Frühlingsveranstaltung ist eine Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde und ihre heutige Form vor etwa 90 Jahren angenommen hat. Ursprünglich wurde die gezielte Feuerlegung für landwirtschaftliche Zwecke genutzt, aber heutzutage dient sie dazu, um die Graslandschaft zu erhalten, Waldbrände zu verhindern und das Ökosystem zu schützen. Bis Mai werden diese verbrannten Wiesen mit frischen grünen Trieben bedeckt sein, um Besucher in der späten Frühlings- und Sommersaison in der Karstlandschaft willkommen zu heißen.
Photographs and text by Cherise Fong
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Yamaguchi ist von Meer, Bergen und Flüssen umgeben und erfreut sich eines milden Klimas, welches das ganze Jahr über angenehm ist. In Hinsicht auf Naturschönheiten hat die Präfektur mit einer Küstenlinie von zirka 1.500 Kilometern viel zu bieten. Eine der drei berühmtesten Brücken in Japan, die Kintai-Kyo, und andere Sehenswürdigkeiten sind lohnende Ziele, und Fugu (Kugelfisch) ist ein delikates Wintergericht.