Abenteuer & Erlebnisse
Reisen Sie in der Zeit zurück! Genießen Sie die Geschichte und das Retro-Stadtbild von Ehime!
Ehime, die nordwestliche Präfektur von Shikoku, ist ein unglaublich charmanter Ort. Sie zeichnet sich durch mildes Wetter (förderlich für den Anbau von Mikan-Früchten), eine beständige lokale Industrie (wie das beliebte Imabari-Handtuch, hergestellt aus sorgfältig ausgewählten Materialien), viele der verehrten spirituellen Wahrzeichen auf dem Shikoku-Henro-Pilgerweg und durch das Dogo Onsen, die älteste aktive heiße Quelle Japans, aus.
Eine spektakuläre Sicht auf Setouchi von der Burg Matsuyama aus, 132 Meter über dem Meeresspiegel
Lassen Sie mich zunächst die Burg Matsuyama in der gleichnamigen Stadt Matsuyama, der Hauptstadt der Präfektur Ehime, vorstellen. Sie ist die größte Stadt in Shikoku und Heimat von einer der 12 erhaltenen Burganlagen in Japan, die während der Edo-Zeit errichtet wurden. Obwohl der ursprüngliche Hauptturm der Burg Matsuyama, der 1628 erbaut wurde, nach einem Blitzeinschlag im Jahr 1784 abbrannte, steht das 1854 rekonstruierte Tenshu noch heute. Nutzen Sie die Seilbahn oder den Aufzug zum Tenshu, der 132 Meter über dem Meer auf dem Berg Katsuyama thront und von einem üppig bewaldeten Park umgeben ist, der von etwa 200 Kirschbäumen auf dem Burggelände geschmückt ist. Selbst aus der Ferne wirkt dieser Ort beeindruckend.
Die weitläufige Struktur der Burg ist bewusst komplex konstruiert, mit einem Labyrinth aus im Zickzack verlaufenden Steinmauern, Holztoren und Treppen. Aber während das Äußere das Bild einer einschüchternden Festung vermittelt, fühlt sich das Innere der Burg wie ein freundliches Herrenhaus an. Sobald Sie am zentralen Turm angekommen sind, können Sie Ihre Schuhe ausziehen, um das restaurierte Holzinterieur der Burg frei zu erkunden, wo in überlappenden Ebenen mit hohen Decken und steilen Treppen verschiedene Artefakte und Informationen ausgestellt sind. Der Panoramablick von oben rückt alles ins rechte Licht.
Falls Sie den Berg mit der Seilbahn erreicht haben, sollten Sie unbedingt darauf achten, beim Rückweg die malerische Fahrt mit einem der Einsitzer-Sessellifte im Freien zu genießen. Eine Fahrt mit diesem fühlt sich an, als würden Sie von den erhabenen Privilegien des Königshauses zu den beliebten Freuden des Marktplatzes hinunter schweben.
Probieren Sie lokale Leckereien in der Dogo-Einkaufsstraße
Nehmen Sie, nachdem Sie die Burg Matsuyama besichtigt haben, die Straßenbahn zur Einkaufsstraße Dogo (Dogo Haikara-dori). Das 250 Meter lange L-förmige Gewerbegebiet, gesäumt von rund 60 lokalen Souvenirläden und Restaurants, verbindet den Bahnhof Dogo Onsen mit dem Hauptgebäude vom Dogo Onsen.
Wenn Sie auf lokale Maskottchen stehen, ist die Einkaufsstraße ein großartiger Ort, um Artikel mit Ehimes Mican-Figur zu kaufen. Es gibt eine Vielzahl an interessanten Geschäften, um lokale Spezialitäten zu probieren. Beispielsweise das Dogo Tamaya für Mikan-Oigiri, Tomoedo für Dango, das Geschäft Rokujiya Dogo für die bekannten Matsuyama-Törtchen, das Ichiroku Honpo für Shikoku-Süßwaren wie die Ichiroku-Törtchen und das Mikan no Ki, in dem Sie alles mit Mikan erhalten, von Daifuku Mochi über Saft bis hin zu Eis und Gelee-Produkten.
Sie können sogar mit einem Yukata über die Straße schlendern oder mit einer nostalgischen Rikscha durch die Nachbarschaft fahren. Der Bezirk ist auch als Kulisse für Natsume Sosekis Meisterwerk „Botchan“ bekannt, dessen Bild einst auf dem japanischen 1.000-Yen-Schein abgebildet war. Auf dem Platz vor dem Bahnhof Dogo Onsen finden Sie Botchan Ressha, eine restaurierte antike Dampflokomotive, und die Botchan Karakuri-Uhr. Diese mechanische Uhr wurde 1994 zum Gedenken an das 100-jährige Jubiläum vom Dogo Onsen Honkan geschaffen und nach dem Vorbild seines Shinrokaku-Turms mit roten Shoji-Schiebewänden ausgestattet. Zu jeder vollen Stunde, zwischen 8:00 Uhr und 22:00 Uhr, erwacht die Uhr mit animierten Charakteren und Szenen aus Sosekis Roman Botchan, der in Matsuyama und Dogo spielt, zum Leben.
Übernachten Sie im Funaya, einem historischen Hotel mit heißen Quellen in Dogo Onsen
Das Funaya wurde vor fast 400 Jahren als traditionelles japanisches Gasthaus gegründet, auch wenn es heute über moderne Zimmer und Suiten im japanischen und westlichen Stil verfügt. Im Laufe der Jahre wurde es von Haiku-Dichtern und anderen Literaten besucht, darunter Natsume Soseki und Masaoka Shiki, sowie von Mitgliedern der kaiserlichen Familie. Das Hotel besitzt sogar einen Ausstellungsraum, in dem Sie den Kaminsims und andere Elemente des ursprünglichen Gebäudes sehen können, in dem der Showa-Kaiser 1950 wohnte.
Eine der besten Attraktionen von Funaya sind seine Bäder! Funayas Onsen, das Hinoki Yu aus Zypresse und das Mikage Yu aus Stein, haben sowohl Innen- als auch Außenbäder und Saunen. Sie werden mit alkalischem Wasser gespeist, das direkt aus der Dogo Onsen-Quelle stammt und ermöglichen Ihnen einen Moment der völligen Entspannung.
Außerdem verfügt das Funaya über alle Arten von Zimmern für jeden Bedarf, darunter Zimmer im japanischen Stil mit wunderschönen Badewannen aus japanischer Zypresse, die direkt mit natürlichem Quellwasser gefüllt werden. Es gibt auch die Haiku Lounge Suite, die von ihrem privaten Bad aus einen Panoramablick auf die Stadt Matsuyama und die Dogo-Ebene bietet.
Während Ihres Aufenthaltes empfehlen wir Ihnen einen Spaziergang durch den riesigen Hotelgarten mit über 200 Pflanzenarten. Entspannen Sie sich und genießen Sie den Garten von den Fenstern des Terrassencafés Komorebi aus oder genießen Sie Ihr Mittag- oder Abendessen im speziellen Außenbereich Kawaseki, der sich neben einem natürlichen Gebirgsbach befindet, welcher aus dem Fluss Mitarai fließt. Genießen Sie gehobene Küche mit saisonalen Zutaten aus Ehime und Setouchi.
Bestaunen Sie die Architektur der Meiji-Zeit und erkunden Sie ein antikes Theater in Uchiko
Am nächsten Tag besuchten wir Uchiko. Eine 25-minütige Zugfahrt südlich vom Bahnhof Matsuyama entfernt, liegt die etwas abgelegene Bergstadt, die während der Meiji-Zeit von der Herstellung von japanischem Papier und weißem Wachs profitierte. Mächtige lokale Kaufleute bauten hier ihre Häuser und die Stadt blühte dank reicher Kultur, Architektur und Infrastruktur auf.
Der Charme von Uchiko liegt heutzutage in seiner langen Hauptstraße, die von etwa 90 Gebäuden aus der Meiji-Zeit mit Ziegeldächern, hölzernen Ladenfronten und Gittern gesäumt ist. Dazu gehören Wohnungen, Ateliers, Geschäfte, Restaurants und so weiter. In dieser Straße finden Sie die Kamihaga-Residenz und das Machiya Museum, die als Museen für die Öffentlichkeit zugänglich sind, sowie Retro-Cafés im „Kominka“-Stil (traditionellen japanischen Häusern) wie das Charme oder Denjiro. Wenn Sie durch die Straße gehen, haben Sie vielleicht das Glück, auf einen Anwohner zu stoßen, der vor seinem Geschäft köstliche süße getrocknete Kakis verkauft. Die Ströme von Schülern der Mittelstufe, die auf ihrem Heimweg sind, werden Sie vielleicht sogar auf ihrem Weg den Hügel hinunter grüßen!
Ein berühmtes verstecktes Juwel von Uchiko ist das Uchiko-Za, ein Theater aus der Taisho-Zeit (1912-1926), das in einer Wohngegend direkt an der Hauptstraße versteckt ist. Ursprünglich 1916 eingeweiht, sollte es aufgrund seines Alters abgerissen werden, konnte aber dank der Liebe der örtlichen Gemeinde gerettet und 1985, nach seiner Renovierung, als Theater wiederbelebt werden.
Currently, the wooden theatre hosts traditional performances and various events about 60 times a year. Most enticingly, when there are no performances, visitors can walk around the theatre to explore the vintage human-powered mechanics of its seri and suppon trap doors, rotating stage, and naraku passageway located below the stage—a real treat for anyone who has an interest in Japanese theatre.
Gaze at the river from the elegant villa of Garyu Sanso
Der letzte Ort, den ich besuchte, war das Garyu Sanso. Ein weiteres historisches und architektonisches Juwel von Ehime, das direkt über dem Hijikawa-Fluss, in der nahe gelegenen Stadt Ozu, liegt. Das exquisit gestaltete Garyu Sanso benötigte 10 Jahre Planungs- und Bauzeit, um schließlich 1907 fertiggestellt zu werden. Viele der feinen Details und die hervorragende Handwerkskunst des Gebäudes können noch heute bewundert werden - von den traditionellen Strohdächern über die vielen durchbrochenen Schnitzereien aus Paulownia und jahrtausendealtem Yakisugi-Zedernholz bis hin zu den fledermausförmigen Türklinken aus Metall des Hauptgebäudes von Garyuin. Sie können auch einen Blick auf die spektakulären Maurertechniken der damaligen Baumeister durch den sorgfältig gepflegten Steingarten mit seinen Steinmauern und Stufen erhaschen, sobald Sie den Eingang von Garyu Sanso betreten.
Einst die Traumvilla eines wohlhabenden Kaufmanns namens Torajiro Kouchi, wurde sie im Sukiya-Zukuri-Stil eines eleganten Teehauses abseits der Hauptresidenz errichtet, inspiriert von den kaiserlichen Villen in Kyoto. Das Anwesen umfasst einen friedlichen Garten am Flussufer, der mit wertvollen Naturwundern wie jahrhundertealtem Ahorn, Brennnesseln, Eiben-Kiefern und seltenen Moosarten gefüllt ist.
Die Tatami-Matten des stattlichen Isshi-Raums können entfernt werden, um den Raum in eine Noh-Theaterbühne zu verwandeln. Bizen-Töpfe wurden unter dem Boden platziert, um die Akustik zu verbessern.
Obwohl Ganryu Sanso mit allen möglichen architektonischen Wundern gefüllt ist, ist die Perle der Villa das Furoan, das am Rand einer Klippe thront und so gebaut ist, dass es wie ein Schiff aussieht (ähnlich dem Kiyomizu-dera-Tempel in Kyoto). Es wird von einem lebenden Baum getragen, der mit der seltenen Sutebashira-Technik am Haus befestigt ist. Im Inneren befindet sich ein Teeraum mit einer Decke, die aus einem einzigen Blatt geflochtenem Bambus (Takeajirobari) hergestellt wurde und das plätschernde Mondlicht des Flusses ruhig reflektiert.
Und damit endete meine Reise zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt Matsuyama. Was denken Sie? Besuchen Sie bitte die Präfektur Ehime, die voller japanischer Traditionen und Geschichte steckt!
Photographs and text by Cherise Fong
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Ehime
In Ehime befindet sich der Nishiseto Expressway, einer der besten japanischen Fahrradwege, und die Gegend stellt deshalb für Radfahrer aus aller Welt einen Zielpunkt dar. An vielen Orten kommt man mit der Geschichte in Berührung, so zum Beispiel in Dogo Onsen, einem Thermalquellenort, dessen Historie 3.000 Jahre zurückreicht, oder in dem Städtchen Uchiko, wo die Straßen fast noch so aussehen wie zur Edo- und Meiji-Zeit.